In Weisweiler und Ganderkesee Polizei prüft Sabotageversuche an zwei weiteren Umspannwerken
Die Serie an Sabotageversuchen an Umspannwerken in Deutschland geht möglicherweise weiter. Einsatzkräfte sind in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterwegs. Bislang ist aber nicht klar, ob etwas gefunden wurde.
Nach dem Sabotageversuch an einem Umspannwerk in Dormagen überprüft die Polizei nun gezielt ein weiteres Umspannwerk in Weisweiler bei Aachen. Es gebe ein Bekennerschreiben, in dem eine weitere Tat dort erwähnt sei, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzkräfte seien vor Ort. Es werde geprüft, ob auch in Weisweiler „verdächtige Abschussvorrichtungen“ zu finden seien.
In dem Bekennerschreiben, das den Ermittlern vorliegt, seien mehrere Taten in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt. Verfasser soll ein Mann aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis sein. Nach ihm werde derzeit intensiv gefahndet. „Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erstmal geprüft werden“, betonte der Polizeisprecher.
Seit der Nacht wird zudem auch das Gelände an einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen untersucht. Zeitweise war auch ein Hubschrauber im Einsatz, wie eine Polizeisprecherin sagte. Am Morgen waren demnach weiter viele Polizisten und Polizistinnen vor Ort. Wonach sie suchten, war unklar. Eine Gefahr für die Bevölkerung gebe es nicht, sagte die Sprecherin.
Mehrere Medien berichteten, dass in dem Bekennerschreiben als Motiv für die Taten der Kampf gegen fossile Energieträger genannt werde. Dazu machte die Polizei keine Angaben.
Keine Schäden in Dormagen
Am Donnerstagabend hatte ein Spaziergänger an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf mutmaßliche Abschussvorrichtungen entdeckt und die Polizei alarmiert. Diese ähneln laut Polizei stark den Abschussvorrichtungen, mit denen Unbekannte zuletzt in Bergheim westlich von Köln Kabel über die Oberleitungen geschossen und so mehrere Kraftwerksblöcke lahmgelegt hatten.
Die Polizei bewertet den Fall als Sabotagedelikt. Es seien aber keinerlei Schäden an dem Umspannwerk festgestellt worden.
