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Startseite»Politik»Kampf um die Straße von Hormus: Eine Bedrohung auch für die Umwelt
Politik

Kampf um die Straße von Hormus: Eine Bedrohung auch für die Umwelt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.09.2026 • 05:47 Uhr

Minen in der Straße von Hormus, Beschuss von Tankern: Satellitenbilder zeigen nun, was das für die Umwelt bedeutet. Rund um die Meerenge gibt es laut Greenpeace mehrere Ölteppiche. Viele Schutzgebiete seien bedroht.

Nina Amin

Satellitenbilder aus dem All zeigen rund um die Straße von Hormus große schwarze Schlieren. Greenpeace schlägt Alarm. Nach aktuellen Auswertungen der Umweltorganisation handele es sich um Ölverschmutzungen durch beschossene Tanker, sagt Nina Noelle, Expertin für internationale Kriseneinsätze bei Greenpeace: „Auf der omanischen Seite im Musandam-Nationalpark ist der Tanker ‚El Gaia‘ getroffen worden, hat auch Öl verloren. Hier sehen wir also bereits innerhalb eines Schutzgebiets eine große Verschmutzung.“

Iran behauptet, der Öltanker sei auf der von Iran verminten südlichen Route gefahren und dabei explodiert. Das US-Militär hingegen macht einen iranischen Drohnenangriff für die schwere Beschädigung des Tankers verantwortlich.

Für Greenpeace steht fest: Der Krieg um die Straße von Hormus schadet der Umwelt. Dabei seien Vogelrastgebiete an der omanischen Küste genauso wie Mangrovenwälder auf iranischer Seite bedroht, sagt Nina Noelle: „In der Straße von Hormus sehen wir seit Anbeginn des Kriegsgeschehens immer wieder Verschmutzung. Es handelt sich um ein sehr volatiles Geschehen. Es ist teilweise wirklich tagesbedingt, wie viele zusammenhängende Ölteppiche man sieht oder wie viel Verschmutzung an einer Stelle sich dann auch schon wieder weiter ausgebreitet hat.“

Dieses Satellitenbild entstand am 9. September 2026 und zeigt nach Ansicht von Experten Spuren möglicher Ölaustritte etwa 20 Kilometer vor der iranischen Küste im Golf von Oman.

Ölteppich auch im Arabischen Meer

Badaoui Rouhban, der lange für die UN gearbeitet hat, appelliert an die internationale Gemeinschaft und an die betroffenen Küstenstaaten, mit Blick auf eine drohende Umweltkatastrophe zu handeln. Im arabischen Fernsehsender Al Arabiya sagt der Ingenieur: „Sie bedeutet für die Region mit den bewaffneten Konflikten zusätzliches Leid. Die Umweltprobleme haben ein Ausmaß erreicht, bei dem es notwendig ist, die Alarmglocke zu läuten.“

Nicht nur an der umkämpften Straße von Hormus ist die geschützte Meerestierwelt in Gefahr. An der Südküste des Sultanats im Arabischen Meer vergrößert sich ein weiterer Ölteppich. Dort war vor mehreren Monaten der Tanker „Caroline Bezengi“ mit rund 110.000 Tonnen Rohöl an Bord auf Grund gelaufen.

Der Öltanker wird Russlands sogenannter Schattenflotte zugeschrieben und steht unter EU-Sanktionen. Die omanischen Behörden hatten Mitte August schriftlich mitgeteilt, spezialisierte Teams würden sich darum kümmern, die Folgen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Seitdem gab es keine weiteren offiziellen Informationen. Die Sorge ist, dass er auseinanderbricht. Greenpeace sieht keine Entspannung der Lage: „Normalerweise bei Säuberungsaktionen sieht man immer wieder auch unterstützende Schiffe, die in der Nähe liegen, die diese Situation beobachten. Wir hatten Ende August ein unterstützendes Schiff dort vor Ort, die Frontier. Mehr als das konnten wir aber über Satelliten jetzt nicht sehen. Also wirklich aktive Säuberungsarbeiten können wir zumindest auf der Grundlage von Satellitenbildern nicht bestätigen, zum momentanen Zeitpunkt.“

Umweltdiplomatie zunichte gemacht?

Dabei setze der Oman alles daran, die artenreichen Korallenriffe zu schützen, meint der Umweltexperte Hassan El Teleli in einer arabischen Talkshow. Auch das Küstengebiet um den auf Grund gelaufenen Tanker „Caroline Bezengi“ ist staatlich geschützt: „Das Sultanat Oman investiert seit Jahrzehnten in die sogenannte Umweltdiplomatie. Daher stellt dieser Vorfall eine immense Gefahr dar, wenn er nicht eingedämmt wird.“

Der Krieg setzt der Region auch mit Blick auf die Umweltschäden und ihre Langzeitfolgen immens zu: Touristen, die das Sultanat mit einer intakten Unterwasserwelt lockt, könnten ausbleiben, Fischer durch die Ölverschmutzung ihre Lebensgrundlage verlieren.

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