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Startseite»Politik»Spenden für Midterms: Rekordsummen für die Kongress-Zwischenwahlen
Politik

Spenden für Midterms: Rekordsummen für die Kongress-Zwischenwahlen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.09.2026 • 16:21 Uhr

Nie zuvor floss in den USA so viel Geld in den Wahlkampf für Kongress-Zwischenwahlen. Zu den größten Spendern zählen einzelne Milliardäre. Hinzu kommt „Dark Money“, also Spenden, die niemandem zugeordnet werden können.

Von Ralf Borchard, zzt. ARD Washington

Viel spricht dafür, dass dies der teuerste Wahlkampf wird, den es vor Kongress-Zwischenwahlen in den USA je gegeben hat. Noch steht die Endsumme nicht fest, gewählt wird erst am 3. November – und gerade in der Schlussphase werden noch einmal zahlreiche Millionen „hineingepumpt“ in das Rennen um sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat. Aber schon die Primaries, die Vorwahlen, bei denen parteiintern die Kandidaten bestimmt werden, waren „die teuersten, die wir je gesehen haben“, sagt Brendan Glavin.

Glavin ist Forschungsdirektor bei Open Secrets, „Offene Geheimnisse“, der wohl wichtigsten parteiunabhängigen US-Forschungseinrichtung zum Thema Geldflüsse in der Politik. Rund zehn Milliarden US-Dollar, umgerechnet 8,7 Milliarden Euro, haben die vergangenen Zwischenwahlen vor vier Jahren gekostet. Diesmal könnte es noch mehr werden.

Einfluss von Milliardären wächst

Zwei Tendenzen hält der Experte für Wahlkampffinanzierung dabei für besonders bedenklich. Erstens: Der Einfluss weniger besonders reicher Spender wächst. „Diese Gruppe milliardenschwerer politischer Geldgeber dominiert das Wahlgeschehen stärker denn je“, sagt Glavin. Die Nummer eins ist dabei Elon Musk. Er war schon vor den Präsidentschaftswahlen 2024 der wichtigste Großspender, auch diesmal hat er bereits 100 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf der Republikaner gesteckt. Für die Demokraten bringt George Soros ähnlich viel Geld in die Wahlkampfkassen.

Auffällig sind dabei die Wirtschaftsbereiche, aus denen die meisten Großspender kommen: Künstliche Intelligenz und Interessen der Kryptogeldbranche dominieren, dazu kommt diesmal besonders viel Geld aus dem Bereich Online-Glücksspiele.

Viele anonyme Spenden – „Dark Money“

Die zweite Tendenz, die Glavin Sorgen macht: Immer mehr Geld lässt sich überhaupt nicht zuordnen. Er spricht von „Dark Money“, Wahlkampfspenden, die dauerhaft anonym bleiben.

„Dark Money ist ein Riesenthema“, betont der Experte. „Der Knackpunkt ist, dass Super-PACs, politische Aktionskomitees, die für die Parteien das meiste Geld sammeln, auch Geld von Gruppen und Organisationen annehmen dürfen, deren Geldgeber nicht im Einzelnen genannt werden müssen, die im Dunkeln bleiben.“ Die Wählerinnen und Wähler wüssten also nicht, woher dieses Geld komme, „welche Interessen vertreten, welche Gegenleistungen möglicherweise erwartet werden“. Das sei ein „wirkliches Transparenzproblem“.

Hoffnung, dass entsprechende Gesetzeslücken bald geschlossen werden, besteht kaum. Die Trump-Regierung hat die zuständige Aufsichtsbehörde FEC, die Federal Election Commission, deutlich geschwächt und Personal abgebaut.

Republikaner haben doppelt so viel Wahlkampfgeld wie Demokraten

Wofür geben die Parteien das viele Wahlkampfgeld am Ende aus? Ganz oben auf der Liste stehen nach wie vor Fernsehspots. Daneben sind der Haustürwahlkampf und öffentliche Veranstaltungen große Ausgabenposten – und das Eintreiben der nächsten Wahlkampfspenden, etwa per Telefon- oder E-Mail-Kampagnen.

Und welche Partei liegt vorn beim Thema Geld in diesem Wahlkampf? Glavins Urteil ist eindeutig: „Die Republikaner sind deutlich erfolgreicher im Geldeinsammeln als die Demokraten“, sagt er.

Nach einer Analyse der Zeitung Washington Post, die Ende August die 50 größten Einzelspenden untersucht hat, haben die Republikaner mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung wie die Demokraten.

Auch Donald Trump persönlich spielt dabei eine Rolle, betont Glavin: „Es gibt ein politisches Aktionskomitee, das mit dem Präsidenten verbunden ist, das nach den letzten Berichten allein mehr als 400 Millionen US-Dollar auf dem Konto hat. Die Demokraten haben dazu kein Gegengewicht.“

Nicht allein das Geld entscheidet

Aber, so Brendan Glavins Fazit, „mehr Geld zu haben heißt nicht automatisch, diese Wahlen zu gewinnen.“

Die besten Beispiele lieferte Trump selbst. Er hatte bei der Präsidentschaftswahlen 2016 weniger Geld zur Verfügung als Hillary Clinton, 2024 weniger als Kamala Harris – doch Trump gewann. Die Erfahrung aus Wahlkämpfen um Abgeordneten- und Senatssitze ist ähnlich: Zwar gewinnt meistens die Kandidatin oder der Kandidat mit der größeren Wahlkampfkasse – aber eben nicht immer.

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