Trumps Auftritt bei den Vereinten Nationen vor einem Jahr sorgte für Wirbel. Der US-Präsident sprach von „Sabotage“ – unter anderem, weil eine Rolltreppe plötzlich stoppte. Heute soll sich all das nicht wiederholen.
US-Präsident Donald Trump gilt nicht gerade als Fan der Vereinten Nationen. Immer wieder kritisiert er die UN und bezeichnet sie als dysfunktional. Doch nicht nur das. Einen bleibenden – negativen – Eindruck hat beim US-Präsidenten auch der Besuch bei der UN-Generalversammlung vor einem Jahr hinterlassen.
Weil eine Rolltreppe plötzlich angehalten hatte und der Teleprompter bei Trumps Rede ausgefallen war, warf der US-Präsident den UN eine „Sabotage“ seines Auftritts vor. Heute, bei Trumps nächstem Besuch, soll sich das nicht wiederholen.
Rolltreppen „gründlich überprüft“
Ein neuerliches Debakel soll verhindert und offenbar nichts dem Zufall überlassen werden. „Sie wurden wiederholt und gründlich überprüft“, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres über die Rolltreppen im Haus.
Die UN nahmen sich zudem den Teleprompter vor, von dem der US-Präsident seine Rede abliest. Das Gerät war während Trumps Rede im vergangenen Jahr ausgefallen. „Es wurden neue Vorkehrungen getroffen, um der US-Delegation die Nutzung des Teleprompters zu erleichtern“, sagte der Sprecher. „Wir hoffen, dass damit alles reibungslos funktioniert.“ UN-Generalsekretär Guterres freue sich darauf, die Rede des US-Präsidenten zu hören.
Vor einem Jahr war zeitweise Trumps Teleprompter ausgefallen.
Trump forderte „Verhaftung“ der Verantwortlichen
Die Rolltreppe hatte im vergangenen Jahr angehalten, als Trump und seine Ehefrau Melania diese betraten. Das Paar musste die Stufen daraufhin zu Fuß erklimmen.
Trump hatte der Vorfall so erzürnt, dass er im Anschluss die „Verhaftung“ der Verantwortlichen gefordert hatte. „Es ist ein Wunder, dass Melania und ich nicht mit dem Gesicht auf die scharfen Kanten dieser Stahltreppe gefallen sind“, sagte er über den Vorfall. Erst vergangene Woche hatte er den UN erneut vorgeworfen, die Rolltreppe vorsätzlich „abgestellt“ zu haben.
Unzufriedenheit auch mit Tonanlage
Die UN hatten Trumps Angaben bereits vor einem Jahr geradegerückt. Der Teleprompter wurde demnach von Vertretern des Weißen Hauses selbst betrieben. Die Rolltreppe habe angehalten, weil jemand versehentlich einen Sicherheitsschalter ausgelöst habe – vermutlich ein Videoreporter, der Trump und seine Frau filmen wollte.
Trump hatte auch über Probleme mit der Tonanlage geklagt. Seine einstündige Ansprache sei nicht gut zu hören gewesen, behauptete er. Zu dem angeblichen Problem erklärte ein UN-Vertreter, diese sei darauf angelegt, dass die Teilnehmer der Vollversammlung die Reden in sechs verschiedenen Sprachen gedolmetscht über ihre Kopfhörer verfolgen können.
Im vergangenen Jahr hatte Trump seine Rede bei der Vollversammlung genutzt, um Fundamentalkritik an den Vereinten Nationen zu üben und ihre internationale Bedeutung in Abrede zu stellen. „Kein Wunder, dass die Vereinten Nationen nicht in der Lage waren, die Aufgabe zu erfüllen, für die sie gegründet wurden“, schrieb er nach dem Technik-Vorfall in seinem Onlinedienst Truth Social.
