Öko-Test schmiertGesichtscremes: Drei teure sind „ungenügend“
Wer meint, dass sein Gesicht eine Extraportion Pflege vertragen kann, greift zu einer entsprechenden Creme. Für die Herbst-Winter-Saison darf die gerne auch reichhaltig sein. Öko-Test ist allerdings von ein paar besonders kostspieligen Produkten enttäuscht.
Vor allem bei niedrigen Temperaturen kann das Gesicht Fett und Feuchtigkeit vertragen. Denn es ist dann Wind und Wetter und auch austrocknender Heizungsluft ausgesetzt. Entsprechende Gesichtscremes sollen schützen. Mitunter für viel Geld.
Die bevorstehende Herbst-Winter-Saison hat Öko-Test zum Anlass genommen, 32 reichhaltige Pflegecremes zu untersuchen. Eingekauft wurden die Produkte in Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Apotheken und im Internet. Die Cremes kosteten zwischen 1,65 und 51,67 Euro, umgerechnet auf 50 Milliliter.
In unabhängigen Laboren wurde die Ware umfangreich untersucht. Auf der Prüfliste aller Produkte standen allergieauslösende Duftstoffe, Nitromoschus- und polyzyklische Moschusverbindungen sowie Cashmeran. Zusätzlich wurde auf Diethylphthalat und Formaldehyd-/abspalter untersucht, ohne abwertungsrelevante Befunde. Waren Paraffine deklariert, hat das beauftragte Labor überprüft, ob diese mit den aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen MOAH verunreinigt sind. Enthielt ein Produkt Kaolin, Hectorit oder Silica, testete das Labor es zusätzlich auf Schwermetalle.
Vier sehr teure Cremes sind Testverlierer
Auch weitere deklarierte Stoffe wurden im Labor analysiert. Das Chlorphenesin bestätigte sich, die Salicylsäure hingegen nicht. Enthielt eine Creme den UV-Filter Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB), ließen die Tester sie auf Verunreinigungen mit dem verbotenen Weichmacher Di-n-hexylphthalat untersuchen, wurden aber nicht fündig. Anhand der Deklarationen wurde geschaut, ob die Cremes umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate, synthetische Polymere oder bedenkliche UV-Filter enthalten – nur Letztere wurden nicht aufgespürt.
Resultat? Bei vier Produkten sehen die Tester rot – drei davon sind „ungenügend“. Alle Testverlierer kosten mehr als 20 Euro pro 50 Milliliter. Die Cremes „Douglas Skin Focus Collagen Youth AntiAge Rich Cream“ und „24h Hyaluron Creme Aloe“ von Thats me organic enttäuschen mit nicht belegbaren Anti-Aging-Wirkversprechen sowie dem künstlichen Moschusduft Galaxolid. In der Creme von Thats me organic dürfte der Duftstoff gar nicht enthalten sein, da es ich um ein Naturkosmetikprodukt handelt. Die „Lancôme Nutrix reichhaltige Creme“ kommt als einzige schon allein mit ihren Inhaltsstoffen auf ein „ungenügend“. In ihr sind unter anderem MOAH und PEG/PEG-Derivate enthalten.
„Sehr gute“ Gesichtscreme gibt es hingegen schon ab 1,65 Euro pro 50 Milliliter. Unter anderem sind dies „Cien Tagespflege Reichhaltig, LSF 15“ von Lidl und „Lacura Skin Reichhaltige Tagescreme, LSF 15“ von Aldi.
