VIP VIP, Hurra!Erst kommt die Rechnung, dann der Anwalt!

Ein Clanchef wird zum Promi, Captain Kirk legt sich mit Aldi an und Jimi Blue Ochsenknecht hat noch immer eine Rechnung offen. Und dann ist da noch Collien Fernandes, die sich ausgerechnet mit ihrer eigenen Tochter juristisch auseinandersetzen muss. Willkommen zu einer neuen Woche voller Promi-Wahnsinn! Achtung, kann Spuren von Ironie enthalten!
Irgendwann, die älteren Semester unter Ihnen erinnern sich vielleicht, da ging der „Gangsterrapper“ Bushido unter die Schauspieler. Der Film von Uli Edel hieß „Zeiten ändern dich“, und Bushido spielte darin sich selbst. Erzählt wird seine Lebensgeschichte, von seiner Jugend in Berlin bis zu seinem Aufstieg zum erfolgreichen Musiker.
Und, na klar, die Zeiten ändern dich, mich, uns alle! Man muss schon mit der Kneifzange gepudert sein, um das nicht zu merken. Jedenfalls stöberte ich neulich wieder für diese Kolumne nach spannenden Meldungen aus der Welt der Promis durchs Netz, genauer gesagt durch die Google-News-Rubrik „Prominente“, in der sich normalerweise Schauspieler, Sänger und leider auch immer mehr Reality-Bodensatz tummeln, und raten Sie mal, auf wen ich da stieß! Auf den Chef des Remmo-Clans.
Ja, Sie lesen richtig! Genau den Issa Remmo, den wir alle neulich erst in Francis Ford Coppolas neuem, von mir herbeifantasierten Hollywood-Mega-Blockbuster „Der Familienchef“ bewundert haben! Meine Güte, der Mann hat sogar Bushido an die Wand gespielt! Issa spielt in dem Kinoknaller natürlich auch sich selber. Einen fürsorglichen Familienvater, der sein kleines Familienunternehmen zusammenhält, hier und da ein paar geschäftliche Entscheidungen trifft und gelegentlich auch mal ein Machtwort gegenüber seinen Söhnen sprechen muss. Etwa, wenn die Jungs mal wieder auf dumme Gedanken kommen und einen kleinen, sagen wir mal, etwas abenteuerlichen Familienausflug unternehmen, hahaha. Herrlich, wie er das alles meistert! Ganz großes Kino!
Also bitte! Dass Issa Remmo nun endlich auch bei Google unter „Prominente“ geführt wird, ist ja wohl längst überfällig! Andere müssen sich dafür jahrelang abrackern! Und bevor jetzt jemand wirklich auf die Idee kommt, bei IMDb nachzuschauen. Nein, Issa Remmo hat natürlich (noch) in keinem Hollywood-Blockbuster mitgespielt. Aber ich sage Ihnen: Das ist nur eine Frage der Zeit. Schließlich heißt es nicht umsonst: berühmt-berüchtigt.
Google jedenfalls hat wieder mal als Erster begriffen, dass die deutsche Promiwelt dringend neue Gesichter braucht. Und wenn sich schon die üblichen Verdächtigen ständig wiederholen, warum nicht mal den Chef eines florierenden Familienunternehmens?
Captain Kirk gegen Aldi
Einer, der garantiert keine Schwierigkeiten hat, als Promi durchzugehen, ist William Shatner. Stolze 95 Lenze hat Captain Kirk aus „Raumschiff Enterprise“ inzwischen auf dem Buckel, aber er ist immer noch angriffslustig. Für die Jüngeren meiner weitreichenden Leserschaft: Das war eine Fernsehserie, in der man schon durch den Weltraum flog, als Tante Traudl noch die Wählscheibe bediente, um sich nach Opas Befinden zu erkunden. Shatner hat so ziemlich alles erlebt, was man sich als Hollywoodstar vorstellen kann, 2021 flog er übrigens wirklich ins All.
Nun, fünf Jahre später, hat sich Captain Kirk einen neuen Gegner ausgesucht. Es ist – Aldi! Nee, das ist kein Klingone! Das ist der Discounter, durch dessen Gänge fast jeder von uns mindestens zweimal die Woche schlawinert. Was war passiert? Ein junger Mann hatte nach seinem Ausscheiden bei Aldi wohl versehentlich zu viel Knete überwiesen bekommen. Und zwar die horrende Summe von 98 Pfund. (Das ist umgerechnet etwas mehr als ein Hunni.) Klar, dass das Unternehmen das Geld zurückhaben wollte und ihm einen entsprechenden Brief schickte. Minimales Problemchen: Die darin genannte Zahlungsfrist war bereits zwei Wochen abgelaufen, bevor das Schreiben überhaupt verschickt wurde.
Das muss man erst mal hinkriegen! Skandal! Würde Issa Remmo den Laden schmeißen, wäre ein solcher Fauxpas im Leben nicht passiert! Jedenfalls machte der Vater des jungen Mannes, ein britischer Radiomoderator, die Angelegenheit auf X öffentlich, woraufhin sich Shatner einschaltete und Aldi sinngemäß empfahl, seine Buchhaltung mal bitte daraufhin zu überprüfen, ob die Mitarbeiter überhaupt zählen und einen Kalender lesen könnten.
Natürlich gibt es gleich wieder Kritiker, die sagen, Shatner habe sich ja nur eingemischt, weil er womöglich lieber bei Lidl einkauft, aber ist es nicht viel schöner zu sehen, dass da ein 95-Jähriger ist, der sich einsetzt, anstatt den lieben langen Tag auf der Hollywoodschaukel zu dösen? Schon fast schade, dass ntv mir mein Honorar stets exakt und pünktlich überweist und Captain Kirk sich daher wohl nie für mich einsetzen muss. Die Sache ging übrigens gut aus. Aldi entschuldigte sich und verzichtete auf die Rückforderung.
Jimi Blue, Collien und die Sache mit der Privatsphäre
Apropos Rückforderung: Damit wären wir auch schon beim nächsten Promi-Exemplar: unserem Jimi Blue, mit dem wir uns hier erst in der vergangenen Woche ausführlich beschäftigt haben. Deshalb streifen wir diese Never-Ending-Story heute nur kurz. Ochsenknecht war nach einer nicht bezahlten Hotelrechnung von knapp 14.000 Euro zu einer Geldstrafe von 34.500 Euro verdonnert worden. Krasse Wendung in dieser Woche: Jimi Blue geht in Berufung. Die Verteidigung hat das Urteil wegen möglicher Rechtsfehler und der Höhe der verhängten Geldstrafe angefochten. Mal sehen, wie die Nummer weitergeht. Ich bleibe für meine Leser an der Kracherstory definitiv dran.
Nun aber zu einer weniger lustigen Geschichte. Wohl jeder kennt die schweren Vorwürfe, die Collien Fernandes seit einiger Zeit gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt. Jetzt gibt es allerdings auch Ärger mit der gemeinsamen Tochter. Und dieser wird inzwischen sogar über Anwälte ausgetragen.
Das 14 Jahre alte Mädchen lebt bei ihrem Vater. Wie ihre Anwälte mitteilten, hat Fernandes am 1. Oktober eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Sie darf damit bestimmte Dinge aus dem Privatleben ihrer Tochter nicht noch einmal öffentlich machen. Das Mädchen habe seine Mutter zuvor mehrfach ausdrücklich darum gebeten, persönliche Angelegenheiten nicht auf Instagram zu teilen. Offenbar ohne Erfolg.
Fernandes sieht die Sache allerdings anders. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte sie, die Anwälte ihrer Tochter hätten die Geschichte völlig verdreht und wichtige Zusammenhänge weggelassen. Außerdem findet sie es widersprüchlich, dass ausgerechnet diejenigen, die auf den Schutz der Privatsphäre pochen, nun selbst an die Öffentlichkeit gehen. Und erledigt sei der Rechtsstreit ohnehin noch nicht.
Mich beschäftigt an dieser Geschichte allerdings eine ganz andere Frage: Was passiert eigentlich mit Kindern, deren Eltern ihr Privatleben vor einem Millionenpublikum ausbreiten?
Jeden Tag sehen wir in den sozialen Medien, wie selbst die Geburt des eigenen Kindes ins Netz gestellt wird. Sogenannte Mumfluencer verwursten jeden Wimpernschlag ihres Nachwuchses zu Content. Privatsphäre? Fehlanzeige. Da kann man heilfroh sein, dass die eigene Kindheit in einer Zeit vor dem Internet stattfand, in der Eltern höchstens ein paar peinliche Fotos ins Familienalbum geklebt haben.
Bis nächste Woche!
