„Wir Old-School-Fahrer sagen“
Hamilton lästert über allzu „vorsichtige“ Formel-1-Youngster
Bei den vergangenen Rennen der Formel 1 regnet es, der Ablauf verzögert sich. Weil die Fahrer nicht bereit sind? Rekordweltmeister Lewis Hamilton gibt der jungen Generation jedenfalls einen mit.
Lewis Hamilton wundert sich nach den jüngsten Grand-Prix-Wochenenden über die Risikofreude der jüngeren Formel-1-Fahrer. „Rennen bei nassen Bedingungen sind definitiv nicht mehr so wie früher“, sagte der Ferrari-Pilot am Rande des Singapur-GP: „Ich persönlich liebe es, im Regen Rennen zu fahren. Ich glaube schon, dass diejenigen, die die Show leiten, heute viel vorsichtiger sind. Andererseits sind aber auch die jungen Fahrer, die neu dazukommen, immer vorsichtiger.“
Bei den Rennen in Malaysia und Singapur hatte sich der Start des Rennens (in Singapur der des Sprints) verzögert. Teils aufgrund technischer Probleme, teils, weil es Zweifel gab, ob die Strecke fahrbar sei. „Wir Old-School-Fahrer sagen: ‚Lasst uns endlich fahren‘, während immer mehr der Jüngeren sagen: ‚Lasst uns lieber nicht fahren'“, kritisierte Hamilton die junge Garde der Königsklasse. „Die Verantwortlichen bekommen also zwei völlig unterschiedliche Rückmeldungen und sind selbst ebenfalls extrem vorsichtig.“
Er selbst sei auch unter „extremen Bedingungen“ dafür, „loszulegen“, führte der Brite aus: „Denn genau dann können wir uns wirklich auf die Probe stellen. Ist das riskanter? Absolut.“ Hamilton hatte vor allem beim Rennen in Malaysia überzeugt, als er auf schmieriger Piste mit Slicks durchs Feld pflügte und trotz verpatzter Strategie noch Dritter wurde. „Als ich auf Slicks unterwegs war, waren die Bedingungen besonders schwierig, aber ich liebe diese Herausforderung“, sagte er. „Genau das ist Racing: wenn man nach Gefühl und am absoluten Limit fahren muss. Und genau da kann man wirklich den Unterschied ausmachen.“
„Man weiß nie, wann die Leistung einsetzt“
Ein wenig nahm Hamilton die Formel-1-Jugend aber auch in Schutz. Die Formel 1 sei heute ganz anders, als zu seiner Anfangszeit. „Letztlich hatten wir damals mehr Testmöglichkeiten und auch bessere Reifen für Regenbedingungen, weil wir sie seinerzeit gemeinsam mit Bridgestone (dem damaligen Hersteller, Anm. d. Red.) intensiver weiterentwickeln konnten“, räumte der 41-Jährige ein.
Red-Bull-Pilot Isack Hadjar, mit 22 Jahren einer der von Hamilton angesprochen Jungen, wies ebenfalls auf die aktuelle Materialproblematik in der Formel 1 hin. Die Intermediate-Pneus könnten „stehendes Wasser überhaupt nicht verdrängen“, sagte der Franzose. Bei den Motoren, die zur Hälfte elektrisch angetrieben werden, wisse man zudem nie genau, „wann die Leistung einsetzt“. Hadjar rutschte in Malaysia in der Formationsrunde ins Kiesbett.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
