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Startseite»Betrugsmaschen»Paris: Krawallvideos mit Autos und Haltestelle von 2022
Betrugsmaschen

Paris: Krawallvideos mit Autos und Haltestelle von 2022

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Die beiden geprüften Szenen waren bereits im Dezember 2022 öffentlich zu sehen. Rémy Buisine veröffentlichte die Aufnahmen der umgekippten Autos am 24. Dezember 2022 auf Twitter, heute X; Yeni Şafak stellte das Video der zerstörten Bushaltestelle am 25. Dezember 2022 online. Diese älteren Veröffentlichungen widerlegen die Zuordnung zu den Schülerprotesten im Oktober 2026.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Myth Detector dokumentierte am 16. Oktober 2026 mehrere Beiträge aus dem Zeitraum vom 3. bis 10. Oktober, die ältere Szenen mit den Schülerprotesten verknüpften. Darunter ist ein Facebook-Zusammenschnitt von Bright Uzbekistan, dessen Beschreibung von Schülerprotesten und Problemen im Bildungssystem handelt. Die hier verglichenen Ausschnitte aus den Oktober-Fassungen hat Myth Detector gesichert.

Die umgekippten Autos sind seit Dezember 2022 belegt

Der Bildvergleich mit Buisines Originalbeitrag zeigt dieselbe Straßenszene. Auffällig sind der weiße Anhänger mit rotem Streifen und das auf dem Dach liegende helle Auto daneben. Auch das dunkle umgekippte Fahrzeug am linken Bildrand ist in beiden Fassungen erkennbar.

Umgekippte Autos in einem Ausschnitt, der im Oktober 2026 mit Schülerprotesten verknüpft wurde
Die ältere Straßenszene in einer als aktuell verbreiteten Fassung. Den Ausschnitt aus dem Facebook-Beitrag dokumentierte Myth Detector.
Originalbeitrag von Rémy Buisine mit denselben umgekippten Autos und sichtbarem Datum 24. Dezember 2022
Buisines Originalbeitrag zeigt dieselben Fahrzeuge. Das Veröffentlichungsdatum 24. Dezember 2022 ist unten im Screenshot sichtbar. Screenshot: Mimikama / X.

Die Nachrichtenagentur AFP rekonstruierte den Zusammenhang am 7. Oktober 2026: Die Zerstörungen entstanden am Rand einer Demonstration der kurdischen Gemeinschaft am 24. Dezember 2022. Am Vortag waren in Paris drei Menschen bei einem Angriff auf ein kurdisches Kulturzentrum getötet worden. AFP verweist auch auf eine zeitgenössische Aufnahme derselben Straßenszene.

Auch die zerstörte Haltestelle ist eine ältere Aufnahme

Wir haben den Videobericht von Yeni Şafak mit dem gesicherten Ausschnitt aus einer Oktober-Veröffentlichung verglichen. In beiden Versionen steht links dieselbe Netzplantafel; rechts ist dasselbe Werbeplakat zu sehen. Auch die Person mit dunkler Jacke, die mit einer Stange auf die Scheibe schlägt, ist wiederzuerkennen.

Zerstörung einer Bushaltestelle in einem im Oktober 2026 als aktuell verbreiteten Videoausschnitt
Diesen Ausschnitt aus einer Oktober-Veröffentlichung sicherte Myth Detector. Er zeigt dieselbe Haltestelle wie der ältere Videobericht.
Standbild aus dem Videobericht von Yeni Şafak mit derselben Haltestelle und einer Person mit einer Stange
Standbild aus dem am 25. Dezember 2022 veröffentlichten Videobericht. Quelle: Yeni Şafak.

Myth Detector ordnet auch diese Szene den Protesten der kurdischen Gemeinschaft am 24. Dezember 2022 zu. Unabhängig davon lässt sich die Veröffentlichung bei Yeni Şafak vom folgenden Tag direkt prüfen. Damit ist auch für diesen Clip die behauptete Aktualität im Oktober 2026 widerlegt.

Die Schülerproteste 2026 und gewaltsame Zusammenstöße sind tatsächlich dokumentiert, etwa im Euronews-Bericht vom 13. Oktober 2026. Für die Einordnung dieser Ereignisse müssen Aufnahmen aus dem damaligen Geschehen herangezogen werden.

FAKTENCHECK

Myth Detector

16. Oktober 2026

MEDIUM

Euronews – Estelle Nilsson-Julien und Nathan Rennolds

13. Oktober 2026

FAKTENCHECK

Agence France-Presse (AFP Factuel)

7. Oktober 2026

SOCIAL MEDIA

Bright Uzbekistan / Facebook

Oktober 2026

MEDIUM

Yeni Şafak

25. Dezember 2022

SOCIAL MEDIA

Rémy Buisine / X

24. Dezember 2022

Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

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Dr. Heinrich Krämer
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