Das Foto zeigt Pierre im beschädigten Eingang einer Micromania-Filiale in Nizza. Wir haben die Aufnahme mit den bei französischen Medien veröffentlichten Bildausschnitten verglichen; der Vorfall vom 17. Oktober 2026 ist außerdem durch Aussagen des Betroffenen dokumentiert. Für eine KI-Erzeugung dieses Fotos fanden wir keine belastbaren Hinweise.
Zu diesem Foto haben uns viele Anfragen erreicht. Leserinnen und Leser wollten wissen, ob der Mann neben Goku tatsächlich dort stand oder ob es sich um ein weiteres KI-Bild handelt. Angesichts der zahlreichen Fälschungen rund um die Ausschreitungen in Frankreich ist diese Unsicherheit verständlich.
Wie wir das Foto eingeordnet haben
Das französische Lokalmedium Nice Mag veröffentlichte am 19. Oktober 2026 einen Ausschnitt derselben Aufnahme und ordnet sie den Ausschreitungen vom 17. Oktober an der Avenue Jean-Médecin zu. Auch RTL verwendet das Fotomotiv. Bei unserem Vergleich stimmen die Kleidung des Mannes und seine Position unmittelbar neben dem Goku-Aufsteller überein. Die Anordnung der Waren im Hintergrund passt ebenfalls.
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RTL berichtet über ein Interview mit M6 Info, in dem der Filialleiter Pierre Collin selbst zu Wort kommt. Er schildert, nach einem Anruf zur bereits beschädigten Filiale gekommen zu sein und sich schließlich vor den Eingang gestellt zu haben. Der Bericht beschreibt außerdem Videoaufnahmen, die zeigen, wie er angegriffen und durch einen Tritt in den Rücken zu Boden gebracht wird. Seine eigene Schilderung bestätigt den realen Hintergrund des Fotos.
KI-Fälschungen können auch echte Bilder verdächtig machen
Rund um die Proteste kursieren zahlreiche falsche Darstellungen. Le Monde dokumentiert unter anderem KI-Bilder einer Person im Kostüm des rosaroten Panthers vor einem Wasserwerfer sowie ein erfundenes Foto eines älteren Paares in Unterwäsche. Solche Darstellungen verbreiten sich zwischen tatsächlichen Aufnahmen der Ausschreitungen und können deren Wahrnehmung verzerren.
KI-generierte Bilder können Szenen zeigen, die nie stattgefunden haben, und trotzdem wie gewöhnliche Fotos wirken. Deepfake-Videos können Menschen täuschend echt Handlungen oder Aussagen zuschreiben. Beim schnellen Durchscrollen lässt sich der Unterschied häufig schwer beurteilen. Zugleich wächst das Risiko, dass auch authentische Aufnahmen pauschal als KI abgetan werden. Aus berechtigten Zweifeln an einzelnen Bildern kann so ein allgemeines Misstrauen werden.
Dass Deepfakes verunsichern können, zeigt eine experimentelle Studie von Cristian Vaccari und Andrew Chadwick aus dem Jahr 2020. Bei 2.005 Personen aus Großbritannien erzeugten täuschende Ausschnitte eines politischen Deepfake-Videos mehr Unsicherheit als eine Version, die die Manipulation aufklärte. Diese Unsicherheit war mit geringerem Vertrauen in Nachrichten auf sozialen Plattformen verbunden. Das Experiment untersuchte ein bestimmtes Video; es beziffert nicht, wie viele Menschen die aktuellen Frankreich-Aufnahmen richtig einordnen können.
Deshalb gehört es zu unserer Arbeit, auch echte Aufnahmen zu überprüfen und die Belege dafür offenzulegen. Wer uns nach einem Foto fragt, soll eine nachvollziehbare Antwort bekommen.
Cristian Vaccari und Andrew Chadwick / Social Media + Society
19. Februar 2020
RTL / M6 Info
Ohne Datumsangabe
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
