Während der Ausschreitungen in Frankreich war das historische Rathaus von Limoges abgebrannt. Das Feuer war zu einem Symbol der Unruhen geworden. Nun gab es eine Festnahme: Es soll sich um einen polizeibekannten Linksextremisten handeln.
Nach dem Feuer im Rathaus der zentralfranzösischen Stadt Limoges während der Ausschreitungen am Wochenende hat die Polizei nun einen mutmaßlich an der Brandstiftung beteiligten Mann gefasst.
Spezialeinsatzkräfte hätten den Verdächtigen in einem Ort im Umland festgenommen, berichteten die Zeitung Le Parisien und der Sender CNews unter Verweis auf die Polizei.
Demnach handelt es sich um einen polizeibekannten Linksextremisten, der von den Behörden als sicherheitsrelevant erfasst ist. Nach Informationen des Senders RTL ist der Verdächtige den Ermittlern bereits wegen Gewalt gegen Amtsträger bekannt. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm laut der Nachrichtenagentur AFP die Ermittlungen. Er lebe im benachbarten Département Creuse.
Schwere Schäden nach Brandstiftung
Am Rande landesweiter Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem kam es zu schweren Ausschreitungen und Gewalt.
Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Die Regierung schreibt die Gewalt vor allem Linksextremisten zu.
In der 130.000-Einwohner-Stadt Limoges wurde dabei das prächtige, unter Denkmalschutz stehende Rathaus in Brand gesetzt. Augenzeugen zufolge waren maskierte Demonstranten in das Rathaus eingedrungen, um Feuer zu legen. Das 143 Jahre alte Gebäude war in Flammen aufgegangen, der Glockenturm stürzte ein.
Forderung nach Wiederaufbau
Das markante Gebäude sei „zum großen Teil verloren“, sagte der zuständige Präfekt Maurice Barate. Der Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, hatte am Sonntag kritisiert, dass der Polizei „die Mittel gefehlt“ hätten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Einsatzkräfte sich angesichts der Randalierer „in Limoges wie auch in anderen Städten“ zurückgezogen hätten.
Guérin forderte den Wiederaufbau des Rathauses. Premierminister Sébastien Lecornu stellte staatliche Hilfe in Aussicht und bezeichnete das Rathaus als „Symbol einer Nation, die sich weder unterkriegen noch einschüchtern lässt“. Am Freitag wird Lecornu Limoges besuchen.
Mit Informationen von Cai Rienäcker, ARD Paris
