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Startseite»Betrugsmaschen»Wahlmaschinen-Video: Fehler sichtbar, Wahlbetrug unbelegt
Betrugsmaschen

Wahlmaschinen-Video: Fehler sichtbar, Wahlbetrug unbelegt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Ein Wähler tippt auf die Demokratin Tobi Beck, doch auf dem Bildschirm wird zunächst der Republikaner Jim Baird markiert. Dieser Fehler ist im verbreiteten Video tatsächlich zu sehen. Bereits im November 2018 berichtete The Independent über die Aufnahme aus Indiana.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Everything that fat son of a b!tch Trump and his administration of pedoph!le protectors have said or accused the Democrats of was nothing but a confession.

They rig elections because it’s the only way for them to stay in power.

I really hope that voter turnout will be so high that it will be impossible for them to rig this election

— TheFrenchie (@ML3democrats) October 22, 2026

Auf X wird der Clip nun mit dem Vorwurf verbreitet, Donald Trump und seine Regierung manipulierten Wahlen, um an der Macht zu bleiben. Dafür liefert die Aufnahme keinen Beleg: Sie zeigt die falsche Auswahl am Bildschirm, lässt aber deren Ursache und eine mögliche Absicht nicht erkennen. Unsere Bewertung „irreführend“ bezieht sich auf diesen Manipulationsvorwurf. Der sichtbare Fehler an der Wahlmaschine wird damit nicht bestritten.

X-Beitrag verbindet das Wahlmaschinenvideo mit einem Manipulationsvorwurf gegen Trump und seine Regierung.
Der Beitrag verwendet die Aufnahme für einen Manipulationsvorwurf gegen Trump. Im sichtbaren Ausschnitt fehlt der Hinweis, dass das Video bereits 2018 veröffentlicht wurde. Quelle: vom Nutzer übermittelter Screenshot.

Am Ende lässt sich Tobi Beck auswählen

Das Kreuz erscheint mehrfach bei Baird, dessen Name oberhalb von Beck steht. Der Wähler kann die falsche Auswahl wieder entfernen. Als er weiter unten auf den Bildschirm tippt, gelingt es ihm schließlich, Beck auszuwählen. Dieser Ablauf passt zur Beschreibung des Videos im damaligen Bericht des Independent. Der Mann erklärte dem Medium, in diesem Bereich des Bildschirms sei jeweils die Person oberhalb seiner gewünschten Auswahl markiert worden. Er habe den Vorgang aufgenommen, um ihn den Wahlhelfern zu zeigen.

Gegenüber dem Independent betonte der Filmende auch, dass er mit der Veröffentlichung keine böswillige Absicht oder Wahlbetrug unterstellen wollte. Seine Sorge galt der Zuverlässigkeit der Stimmabgabe. Die Aufnahme endet, ohne die endgültige Stimmabgabe oder die spätere Auszählung zu zeigen. Wie die Stimme letztlich gezählt wurde, lässt sich daraus nicht feststellen.

Schon damals gab es Beschwerden über die Touchscreens

Bereits bei der vorzeitigen Stimmabgabe in West Lafayette hatten sich Wähler über vergleichbare Probleme beschwert. Ein bei The Voting News wiedergegebener Bericht des Journal & Courier schilderte, dass beim Antippen demokratischer Kandidaten republikanische Kandidaten markiert worden seien. Die zuständige County Clerk Christa Coffey kündigte daraufhin an, die Kalibrierung der Geräte überprüfen zu lassen. Gemeint ist die Abstimmung zwischen der berührten Stelle und dem Punkt, den der Bildschirm als Eingabe erkennt. Das war eine damals diskutierte technische Erklärung; die genaue Ursache des Geräts im vorliegenden Clip ist durch diese Berichte allein nicht abschließend nachgewiesen.

Die damals eingesetzten Geräte wurden später ersetzt. Die Purdue University berichtete im Mai 2022, Tippecanoe County habe 2021 neue Wahlmaschinen gekauft und damit die seit 2006 verwendeten Geräte abgelöst. Der alte Clip erlaubt deshalb auch keine Aussage darüber, wie die heute dort eingesetzten Maschinen funktionieren.

WISSENSCHAFT

Purdue University / CERIAS

23. Mai 2022

MEDIUM

The Independent

6. November 2018 (US-Zeit; 7. November in GMT)

MEDIUM

The Voting News / Journal & Courier

29. Oktober 2018 (Wiedergabe bei The Voting News)

Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

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