Seit 2022 von Russland besetztMelania Trump vermittelt Feuerpause in südukrainischer Stadt Oleschky
Rund 2000 Menschen harren in der zerstörten ukrainischen Stadt Oleschky ohne Strom und Versorgung aus. Die US-First-Lady hat überraschend eine temporäre Feuerpause vermittelt, teilt das Weiße Haus mit. Sichere Evakuierungen sollen zeitnah ermöglicht werden.
First Lady Melania Trump hat nach US-Angaben in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt Oleschky im russischen Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen, teilte das Weiße Haus mit. Dadurch solle humanitäre Hilfe sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung über einen sicheren Korridor ermöglicht werden.
„Die Menschen in Oleschky haben nur eingeschränkten Strom, leben inmitten verminter Straßen und müssen regelmäßige Militärangriffe ertragen“, sagte die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump laut Mitteilung. Sie habe mit Vertretern beider Kriegsparteien zusammengearbeitet, um die Bedingungen der lokal begrenzten Waffenruhe festzulegen.
Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt Oleschky liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2000 Menschen fest. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt. Dazwischen verläuft die Front.
Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky zahlreiche Minen, welche lebensgefährlich sind. Der Kreml warf der ukrainischen Armee wiederholt vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern.
„Bewohner, die evakuiert werden möchten, erhalten koordinierte Unterstützung und Transportmittel zu ihrem gewünschten Ziel“, sagte die First Lady. „Ich gehe davon aus, dass einige nach Russland und andere in die Ukraine ausreisen wollen.“ Die Evakuierung soll von einer US-Medienorganisation dokumentiert werden. Der konservative US-Sender Newsmax berichtete, seine Kameras hätten exklusiven Zugang erhalten, um den Einsatz zu begleiten.
Oleschky liegt gegenüber von Cherson auf der anderen Seite des Flusses Dnipro und ist seit Februar 2022 von russischen Truppen besetzt. Angaben des Weißen Hauses zufolge leben dort noch etwa 1700 bis 2000 Menschen, darunter rund 50 Kinder. Vor dem Krieg hatte die Stadt rund 24.000 Einwohner. Zudem waren etwa 90 Prozent des Stadtgebiets nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms überschwemmt worden.
