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Rassistischer Terroranschlag?: Nach Schüssen bei Paris – Ermittler finden Sprengfalle

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Rassistischer Terroranschlag?Nach Schüssen bei Paris – Ermittler finden Sprengfalle

Kriminaltechniker suchen am Tatort nach Beweismitteln. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nach dem Schussangriff bei Paris spricht Frankreichs Präsident Macron von einem „Wendepunkt“ und vermutet einen „rassistischen Terroranschlag“. Die Ermittler stoßen in der Wohnung des Verdächtigen auf eine Sprengfalle. Im Auto finden sie ein Maschinengewehr.

Die französische Nation befindet sich Präsident Emmanuel Macron zufolge „in Trauer“ nach Schüssen eines Autofahrers auf offener Straße in der Region Paris. Macron verurteilte den Vorfall bei einem Besuch in der betroffenen Gemeinde Trappes als „rassistischen Terroranschlag“, der einen „Wendepunkt“ für das Land darstelle. Ein Mann hatte aus einem Auto heraus auf offener Straße mit einer automatischen Waffe geschossen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, fünf weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der Verdächtige wurde kurze Zeit später festgenommen.

Die tödliche Fahrt dauert laut einer Mitteilung der ermittelnden Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris nicht einmal eine halbe Stunde: Gegen 10 Uhr eröffnet eine Person aus ihrem Auto mit einer automatischen Waffe in Trappes das Feuer in Richtung eines geparkten Fahrzeugs, in dem sich eine Mutter und ihre Tochter befinden. Danach fährt der Schütze weiter und schießt auf die Fassade eines Gesundheitszentrums, ohne jemanden zu verletzen.

Er dreht danach scharf ab, fährt zu einem Platz, wo er auf einen im Jahr 2000 geborenen Mann schießt und ihn tödlich verletzt. Wie im Zickzack geht es wieder in die andere Richtung, zu einer Tankstelle, auf deren Höhe er erneut das Feuer eröffnet und zwei Menschen verletzt. Danach setzt er seinen Weg in der angrenzenden Gemeinde La Verrière fort und verletzt mit einer Schusswaffe zwei weitere Menschen. Er fährt weiter und verletzt noch eine Person. In der nächsten Gemeinde Coignières wird er schließlich gegen 10:20 Uhr festgenommen.

Ermittler ziehen rassistischen Hintergrund in Erwägung

Die Behörde leitete eine Untersuchung unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben, der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung zur Vorbereitung von Straftaten gegen Personen sowie des Waffenbesitzes ein. Dabei werde berücksichtigt, dass die Tat „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde“.

Bei dem Verdächtigten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 1987 geborenen Mann, laut Medien ist er 39 Jahre alt. Sein Strafregister weist der Mitteilung der Behörde zufolge vier Verurteilungen auf. Seine Wohnung wurde demnach noch am Freitagabend durchsucht. Weil er dabei anwesend sein musste, konnte er zunächst nicht vernommen werden, hieß es.

Bei der Durchsuchung sei in der Wohnung eine Sprengfalle gefunden worden, so die Staatsanwaltschaft. Diese habe aus drei Gasflaschen und elektrischen Drähten bestanden, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren. Außerdem wurden im Fahrzeug des Verdächtigen eine Maschinenpistole sowie eine Tränengasgranate entdeckt. Zudem wurde am Nachmittag eine weitere Person aus seinem engsten Familienkreis festgenommen.

Bürgermeister spekuliert über islamophobes Motiv

Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, hielt einen islamfeindlichen Hintergrund für möglich. „Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund“, sagte er. Der muslimische Dachverband in Frankreich (CFCM) rief die Musliminnen und Muslime im Land in einer Mitteilung zu äußerster Wachsamkeit auf.

Den Einwohnern der betroffenen Gemeinden stehen auch am Samstag wieder psychologische Beratungsstellen in den Rathäusern zur Verfügung, wie die Präfektur mitteilte.

Die Gewalttat kommt zu einer Zeit, in der in Frankreich die Nerven ohnehin blank liegen: Heute werden erneut landesweite Demonstrationen erwartet, bei denen die Behörden schwere Ausschreitungen befürchten.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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