Übernahme erfolgreichBriten übernehmen das Ruder bei Hugo Boss
Hugo Boss hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Die britische Frasers-Holding von Milliardär Mike Ashley stockt den eigenen Anteil am schwäbischen Modekonzern auf über 50 Prozent auf.
Die britische Textil-Holding Frasers hat die Mehrheit am schwäbischen Herrenmodekonzern Hugo Boss übernommen. Frasers habe ihre Beteiligung für 7,6 Millionen Euro von 48,80 auf 50,08 Prozent aufgestockt, teilte das vom Milliardär Mike Ashley beherrschte Unternehmen am Freitagabend mit. Man werde Hugo Boss künftig in die eigene Bilanz einbeziehen.
Der Schritt sei im besten Interesse der Frasers-Aktionäre, hieß es in der Mitteilung. Der Eigentümer der Modekette Debenhams und des Sportartikelhändlers Sports Direct hat über verkaufte Put-Optionen Zugriff auf weitere 21,9 Prozent an Hugo Boss. Eine Put-Option gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, eine Aktie zu einem festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Termin zu verkaufen. Ein Sprecher erklärte, Hugo Boss habe die Aufstockung zur Kenntnis genommen, für das Unternehmen ändere sich dadurch aber wenig.
Die Briten hatten sich mit einem Übernahmeangebot über 38 Euro je Aktie 48 Prozent an Hugo Boss gesichert, Vorstandschef Michael Murray hatte sich im September zum Aufsichtsratschef des Konzerns aus Metzingen bei Stuttgart wählen lassen. Für das jetzt erworbene Aktienpaket hat Frasers rechnerisch 37,05 Euro je Aktie gezahlt – weniger als bei dem offiziellen Übernahmeangebot. Die Hugo-Boss-Aktionäre haben damit keinen Anspruch auf einen Nachschlag.
Bereits im September hatte der bisherige Aufsichtsratschef von Hugo Boss, Stephan Sturm, sich dem Druck der Briten gebeugt und seinen Rückzug erklärt. Frasers erklärte damals, man habe sich mit Sturm auf dessen Rückzug verständigt. Die Briten stellten Sturm Anfang September erneut infrage, nachdem beide im Juni einen Streit beigelegt hatten. Sturm war im Mai in den Aufsichtsrat von Boss eingezogen. Beide Seiten seien der Auffassung, dass nun ein geeigneter Zeitpunkt für einen geordneten Wechsel im Vorsitz des Aufsichtsrats sei, hieß es in der Mitteilung von Frasers. „Meine Rolle habe ich stets so verstanden, im besten Interesse des Unternehmens und all seiner Aktionärinnen und Aktionäre zu handeln“, sagte Sturm.
