Akku für Wien wieder voll
Alexander Zverev war nach China „völlig fertig“
In Shanghai schleppt sich Alexander Zverev mit lädiertem Knöchel durch das ATP-Masters, das Finale verpasst er. Jetzt offenbart die designierte Nummer 1 der Tennis-Welt, wie leer sein Akku gewesen ist.
Alexander Zverev hat eingeräumt, nach dem ATP-Masters von Shanghai körperlich wie psychisch auf dem Zahnfleisch gegangen zu sein. „In China war ich leer, also ich war wirklich völlig am Ende mit meinen Kräften. Mental war ich auch sehr, sehr müde“, sagte Zverev, der im Reich der Mitte das Endspiel verpasst und sich mit lädiertem Knöchel durch das Turnier gequält hatte.
Nach seiner Rückkehr nach Europa habe er sich „fünf Tage freigenommen, habe ein bisschen Golf gespielt, habe wirklich den Tennisschläger gar nicht angefasst. Und das hat mir sehr, sehr gutgetan“, sagte der 29-Jährige. Seine Akkus für das anstehende Turnier in Wien seien nun wieder voll. „Wien ist auch ein Turnier, das mir Energie geben kann, weil ich die Stadt liebe. Ich liebe es auch, in der Stadthalle zu spielen. Das Publikum ist immer extrem auf meiner Seite, und das macht auch Spaß, dann Tennis zu spielen. Deswegen bin ich auch froh, dass ich jetzt hier bin.“
Bitteres Aus: Zverev entgleitet Match komplett
In der österreichischen Hauptstadt kann Zverev seinen Sprung an die Spitze der Weltrangliste vollenden, wenn er es bis ins Viertelfinale schafft. Dass er das Jahr als Nummer 1 beendet, steht bereits länger fest, der Deutsche wird den wegen einer Verletzung pausierenden Italiener Jannik Sinner verdrängen.
Zverev will Jahr mit Davis Cup „komplett“ machen
„Ich bin tatsächlich generell ein sehr glücklicher Mensch. Ich hatte letztes Jahr ein bisschen mentale Probleme. Aber sonst bin ich eigentlich immer ein glücklicher Mensch. Klar, es gibt schon etwas, wenn man die großen Ziele in der Karriere auch erreicht. Das ist gar keine Frage. Das ist etwas, worauf man gefühlt seit 20 Jahren hinarbeitet. Und das dieses Jahr endlich zu erreichen, ist schon etwas ganz Besonderes“, sagte Zverev. Nach zahlreichen erfolglosen Anläufen hat der Hamburger dieses Jahr mit seinen Triumphen bei den French Open in Paris und den US Open in New York endlich die langersehnten Major-Erfolge gefeiert.
Nach Wien steht für Zverev noch die Davis-Cup-Endrunde mit dem Team des Deutschen Tennis-Bundes in Bologna auf dem Programm. Für ihn ein Prestige-Wettkampf, für den der Sand in der Karriere-Uhr aber riesele. „Bei uns in Deutschland schließt sich momentan leider so ein bisschen das Zeitfenster, in dem wir eine Chance haben, weil wir alle älter werden“, so Zverev: „Und da möchte ich natürlich die Chance nutzen, noch mal alles dafür zu geben, damit wir den Davis Cup auch gewinnen können. Dann wäre das Jahr, glaube ich, komplett, wenn wir das schaffen.“ Deutschland gewann das Nationen-Turnier letztmals 1993.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
