Im Alter von 86 JahrenSchauspiel-Star Patrick Stewart gestorben
Der vor allem für seine Rollen in „Star Trek“ und „X-Men“ einem breiten Publikum bekannte Schauspieler Patrick Stewart ist tot. Mit rührenden Worten nimmt seine Familie von ihm Abschied. Der Brite litt zuletzt an Alzheimer und einer Form von Demenz.
Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Das teilt seine Familie auf Instagram mit. Demnach sei der 86-Jährige an den Folgen einer Alzheimer- und Demenz-Erkrankung im Kreise seiner Familie und Freunden gestorben. „Seine klangvolle Stimme und sein einzigartiges Talent werden für immer ein Synonym für unvergessliche Darbietungen in jedem Genre sein“, hieß es in einem Statement. „Er erforschte das Wesen des Menschen in all seiner poetischen Komplexität und brachte Hoffnung nicht nur in die entlegensten Winkel des Marvel Cinematic Universe, sondern an Bord des Raumschiffs Enterprise auch in die ikonischsten, unendlichen Weiten der Science-Fiction.“
Seine beruflichen Erfolge seien in aller Bescheidenheit von seiner Philanthropie und seinem Aktivismus für Menschenrechte, Überlebende häuslicher Gewalt, Geflüchtete, psychologische Hilfsdienste für Veteranen und den Tierschutz – „insbesondere für seine geliebten Pflege-Pitbulls“ – begleitet gewesen, heißt es in dem Statement weiter. „Er war ein Ritter, Kanzler, Motorsport-Enthusiast und lebenslanger Fan des Fußballvereins Huddersfield. Man wird sich an ihn erinnern für die Würde, das Mitgefühl und die Menschlichkeit, die er in jede Rolle einbrachte – in seiner Kunst wie in seinem Leben.“
Der im Jahr 2010 von der verstorbenen Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagene Sir Patrick Stewart begann seine Schauspielkarriere am klassischen Theater. Für die renommierte britische Royal Shakespeare Company spielte der Mime, der Medienberichten zufolge schon im Alter von 20 Jahren einen Großteil seiner Haarpracht verlor, Figuren wie Macbeth, Othello, Shylock aus „Der Kaufmann von Venedig“ oder Marcus Antonius aus „Antonius und Cleopatra“.
Oftmals wird angenommen, dass gerade diese klassische Ausbildung Stewart bei seiner unzweifelhaft bekanntesten Rolle des Captain Jean-Luc Picard aus „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ geholfen hat. Den Kapitän der Enterprise – interessanterweise einen Franzosen – spielte Stewart mit jeder Menge Charme, Empathie und Haltung. Legendär unter „Star Trek“-Fans sind die oft intimen, klärenden Gespräche, die Picard in verzwickten Situationen mit seinen Leuten im Bereitschaftsraum direkt neben der Brücke des Raumschiffs führte.
Seiner bekanntesten Rolle ließ der Brite noch ein zweites, riesiges Film-Franchise folgen. In den „X-Men“-Superheldenfilmen der Jahre 2000 bis 2017 spielte er mit Professor Charles Xavier ebenfalls eine väterliche Figur, die statt der Mannschaft des Raumschiff Enterprise eine Gruppe meist junger Mutanten und Außenseiter zusammen- und auf Kurs hielt.
Auch in Comedy-Rollen – etwa einem Kurzauftritt in „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ (1993) oder der selbstironischen Serie „Blunt Talk“ (2015-2016) – brillierte Stewart im Laufe der Jahre. Seiner bekanntesten Figur des Jean-Luc Picard hauchte er in der durchwachsenen Nachfolge-Serie „Star Trek: Picard“ noch einmal über drei Staffeln Leben ein – und war auch als Castmitglied für den kommenden Avengers-Film „Avengers: Doomsday“ bestätigt, in dem er erneut Charles Xavier verkörpert.
