Die Bewohner der von Russland besetzten ukrainischen Frontstadt Oleschky können bald mit Hilfe rechnen. Die Route ist von Minen geräumt. Auch eine Evakuierung wird vorbereitet. Die Waffenruhe gilt noch bis Sonntag.
Die von der US-amerikanischen First Lady Melania Trump vermittelte humanitäre Hilfsaktion für die russisch besetzte Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine geht in die entscheidende Phase.
„Die Entminung der Routen für die humanitäre Mission in Oleschky wurde abgeschlossen“, heißt es in den nahezu wortgleichen Mitteilungen der Menschenrechtsbeauftragten der Ukraine und Russlands, Dmytro Lubinez und Jana Lantratowa. Die beiden waren – gemeinsam mit der US-Seite – maßgeblich an den Gesprächen beteiligt, die darauf abzielten, humanitäre Hilfe in die notleidende Stadt zu bringen. „Der humanitäre Konvoi ist zur Abfahrt bereit.“
Wie aus Bildmaterial des russischen Staatssenders Vesti hervorgeht, waren Lubinez und Lantratowa in der Nacht zu Freitag in Oleschky zu einem kurzen Gespräch zusammengetroffen. Nach Angaben Lantratowas sind bei der Minenräumung zwei Menschen gestorben. Lantratowa bekräftigte, die russische und die ukrainische Seite würden ihre Verpflichtungen vollumfänglich einhalten.
Dutzende Tonnen Hilfsgüter für Oleschkys Einwohner
In die Frontstadt sollen nach Auskunft Lantratowas Dutzende Tonnen Hilfsgüter gebracht werden – vor allem Lebensmittel wie Mehl, Getreide, Zucker, Speiseöl, Fleisch- und Fischkonserven. Auch Hygienemittel und Treibstoff für Notstromgeräte würden geliefert. Das zentrale Krankenhaus erhalte zudem Medikamente wie Antibiotika und Insulin.
Ein Teil der Güter wurde den Angaben nach vom Team der russischen Menschenrechtsbeauftragten zusammengestellt, ein anderer vom Russischen Roten Kreuz. Die Ausgabe werde gemeinsam mit Lubinez erfolgen, hieß es.
Zudem soll es Bewohnern ermöglicht werden, die Stadt zu verlassen. Nach Angaben des Internetportals Ukrajinska Prawda haben sich mehrere Hundert Menschen aus Oleschky in eine Evakuierungsliste eingetragen. Mehr als 20 Busse stehen nach bereit. Demnach sind in der Frontstadt etwa 1.500 von ehemals rund 24.000 Bewohnern verblieben.
Melania Trump bestätigt freie Route
Von Dienstag bis einschließlich Sonntag gilt eine örtlich begrenzte Waffenruhe für Oleschky und Umgebung, von der auch die am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Dnipro liegende Gebietshauptstadt Cherson profitiert. So sollen ansonsten durch Drohnenangriffe und Minen verhinderte Transporte in und aus der Stadt ermöglicht werden.
Auch Melania Trump bestätigte unter Verweis auf den ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Lubinez die Räumung der Minen. „Alle gemeinsam von der Ukraine und Russland festgelegten Routen wurden für eine sichere Passage freigegeben“, schrieb sie auf der Plattform X. Die Lieferung von Lebensmitteln, Trinkwasser, Arzneimitteln und anderen lebenswichtigen Hilfsgütern für die Frontstadt sei nun möglich.
