Wer steht in seiner Gunst?Papst Leo XIV. hat per Briefwahl bei US-Midterms abgestimmt
Er ist nicht nur der erste Papst aus den USA, sondern auch der Erste, der als Pontifex dort an Wahlen teilnimmt. Leo XIV. gibt seine Stimme für die Midterms per Brief ab. Ob sein Dauerstreit mit dem US-Präsidenten Auswirkungen auf seine Entscheidung hat, ist ungewiss.
Als erster Papst in der Geschichte der katholischen Kirche und der Vereinigten Staaten hat Leo XIV. bei Wahlen in den USA seine Stimme abgegeben. Der 71-Jährige stimmte bei den Zwischenwahlen aus mehr als 7500 Kilometern Entfernung vorab per Briefwahl ab, wie der Vatikan bestätigte. Offen blieb, wen der gebürtige US-Amerikaner gewählt hat. Seit Beginn seines Pontifikats vor anderthalb Jahren hatte er mehrfach öffentliche Auseinandersetzungen mit US-Präsident Donald Trump.
Leo – mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost – wurde in Chicago im US-Bundesstaat Illinois geboren. Dort stellte er nach US-Medienberichten schon Anfang Oktober einen Antrag auf Briefwahl. Durch seine Zeit als Bischof in Peru hat er auch die Staatsbürgerschaft des südamerikanischen Landes. Zudem ist er Staatsoberhaupt des Vatikans. Der katholische Kirchenstaat mitten in Rom ist mit weniger als tausend Einwohnern und einer Fläche von nicht einmal einem halben Quadratkilometer Fläche das kleinste Land der Welt.
Ein Sprecher des Vatikans erklärte, der heutige Papst habe „sein Wahlrecht als US-amerikanischer Staatsbürger immer dann ausgeübt, wenn er dazu berechtigt war“ – bereits während seiner vielen Jahre als Missionar und Bischof in Peru und so auch jetzt. Weiter hieß es in einer offiziellen Mitteilung: „Der Heilige Vater bekräftigt seine Überzeugung, dass Bürger das Recht und die Pflicht haben, an demokratischen Prozessen teilzunehmen.“
Papst Leo XIV. schlug Einladung in die USA aus
Bei der Parlamentswahl am Dienstag werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil der Sitze im Senat neu vergeben. Trumps Republikaner wollen ihre knappen Mehrheiten in beiden Häusern verteidigen. Das Verhältnis zwischen Papst und US-Präsident ist angespannt. Mehrfach hatte Leo Trump bei Themen wie Iran-Krieg, Migration und Pressefreiheit kritisiert. Trump wiederum griff den Pontifex öfter persönlich an. Ein Treffen gab es bislang nicht. Eine Einladung zu den 250-Jahr-Feiern der USA dieses Jahr schlug Leo aus.
Am Freitag nächster Woche beginnt der Papst eine fast zweiwöchige Reise durch Südamerika, die ihn auch in seine zweite Heimat Peru führen wird. Wegen einer Krebs-Operation war zwischenzeitlich bezweifelt worden, dass Leo tatsächlich reisen kann. Die Ärzte gaben aber grünes Licht. Nach ihren Angaben ist der Papst nach der Entfernung eines Tumors in der Lunge nun wieder krebsfrei. Einen Termin für eine USA-Reise gibt es nach wie vor nicht.
