„Von euren Freunden bei ICE“Trump-Regierung verhöhnt festgenommene Migranten
Festnahmen zu „Thriller“, Handschellen als Halloween-Gruß: Trumps Regierung inszeniert das Leid von Migranten als Gruselshow. Während ICE mit Bildern aus der Haft spottet, feiert das Pentagon militärische Gewalt.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat zu Halloween mit Videos über die Festnahme von Migranten gespottet und Militäreinsätze gegen angebliche Feinde der USA gefeiert. Die US-Einwanderungsbehörde ICE veröffentlichte am Samstag im Onlinedienst X einen mit Michael Jacksons Hit „Thriller“ unterlegten Zusammenschnitt von Festnahmen und Migranten in Haft.
Das rund einminütige Video beginnt mit Figuren aus Horrorfilmen und zeigt anschließend Aufnahmen von Festnahmen und inhaftierten Migranten. Eine Einblendung bezeichnet einen der Gezeigten als wegen eines Tötungsdelikts gesuchten Mann. Die Einwanderungsbehörde spielt eine zentrale Rolle bei Trumps Kampagne zur massenhaften Abschiebung von Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Das Video endet mit einem animierten ICE-Beamten, der ein Paar Handschellen neben den Worten „Happy Halloween“ hält. „Fröhliches Halloween von euren Freunden bei ICE“, schrieb die Behörde als Bildunterschrift zu dem Beitrag.
Provokation als System
Das US-Verteidigungsministerium verbreitete unter der Überschrift „Wir suchen die Feinde Amerikas heim“ ein Video mit Raketenstarts, Soldaten und Explosionen. Darin sind auch Ausschnitte zu sehen, in denen Trump die Tötung von Drogenhändlern ankündigt und Verteidigungsminister Pete Hegseth droht, Menschen zu töten, die Amerikaner töten.
Die Bundespolizei FBI veröffentlichte ihrerseits ein animiertes Video mit einer Karikatur von FBI-Chef Kash Patel. Zu einer Abwandlung von „Thriller“ stellte die Behörde darin Zahlen zu einem von ihr behaupteten Rückgang der Kriminalität vor.
Trump und seine Regierung verbreiten regelmäßig provokante Beiträge in Online-Netzwerken, um politische Gegner zu verspotten und empörte Reaktionen hervorzurufen. Insbesondere Videos über das Vorgehen gegen Migranten ohne gültige Papiere wurden von Kritikern als erniedrigend und rassistisch verurteilt.
