Horrornacht für TrumpDemokraten erobern beide Kongresskammern zurück
Die Aussichten auf einen demokratischen Sieg bei den US-Zwischenwahlen waren gut, doch dieses Ergebnis überrascht selbst eingefleischte Strategen: Hochrechnungen zufolge nehmen die Demokraten den Republikanern das Repräsentantenhaus und den Senat ab. Und zwar deutlich.
Bei den US-Kongresswahlen sind die Demokraten auf Kurs, nach der Mehrheit im Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat zu erobern. Der Wahldatenanbieter Decision Desk HQ, der US-Sender NBC und die Nachrichtenagentur AP teilen mit, dass die Demokraten sich mehr als die Hälfte der insgesamt 100 Sitze der Kongresskammer gesichert haben. Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er werde das Ergebnis akzeptieren, das seinen Handlungsspielraum deutlich einschränkt.
Entscheidend für den Erfolg im Senat der Sieg des demokratischen Kandidaten im Bundesstaat Ohio. In dem nördlichen Bundesstaat setzte sich der frühere demokratische US-Senator Sherrod Brown laut den Sendern CNN und CBS gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Jon Husted durch.
Wenig später wurde vermeldet, dass die Demokraten erstmals seit 94 Jahren auch in Kansas einen Senatssitz erobert haben: Der Demokrat Adam Hamilton setzte sich gegen den von US-Präsident Trump unterstützten Kandidaten Roger Marshall durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen berichtet.
Der landwirtschaftlich geprägte Bundesstaat im Mittleren Westen gilt als republikanische Hochburg. Es galt bereits als Überraschung, dass Amtsinhaber Marshall überhaupt ernsthaften Wahlkampf betreiben musste. Das letzte Mal wurde dort 1932 ein Demokrat in den US-Senat gewählt.
Die Überraschungserfolge hatten sich im Verlauf der Wahlnacht jedoch abgezeichnet. Die Siege in Ohio und Kansas waren nach den Erfolgen in North Carolina, South Carolina und Texas bereits die Senatssitze vier und fünf, die die Demokraten den Republikanern bei den Zwischenwahlen abnehmen. Für die Mehrheit in der Parlamentskammer benötigen die Demokraten unter dem Strich ein Plus von vier Sitzen. Die Ergebnisse einiger Senatsrennen sind aktuell noch offen.
