Nach Schließung vieler Wahllokale zeichnet sich ein Erfolg für die Demokraten ab. Laut US-Medien ist klar, dass sie drei Senatssitze von den Republikanern erobern. Auch im Rennen um die Mehrheit im Repräsentantenhaus machen sie wichtige Punkte.
Bei den Zwischenwahlen in den USA deuten sich einige wichtige Erfolge für die Demokraten an. Dies berichten übereinstimmend US-Medien auf Grundlage von Nachwahlbefragungen und ersten Auszählungsergebnissen.
Demokraten können mit Mehrheit im Repräsentantenhaus rechnen
Vor der Wahl war damit gerechnet worden, dass die Demokraten den Republikanern die Mehrheit im Repräsentantenhaus abnehmen können. Es gibt nun konkrete Hinweise, dass es tatsächlich dazu kommen könnte.
Nach Prognosen der Nachrichtenagentur AP gehen mehrere Sitze an die Demokraten, die bisher von den Republikanern gehalten wurden. Demnach erlangte etwa in einem Wahlkreis im Bundesstaat North Carolina die Demokratin Jamie Ager einen Sitz, der zuvor republikanisch besetzt war.
Im US-Bundesstaat New Jersey wird die Demokratin Rebecca Bennett den republikanischen Kongressabgeordneten Tom Kean ablösen. Die frühere Soldatin setzte sich gegen den Abgeordneten durch, der bereits zwei Amtszeiten im Repräsentantenhaus saß. Der Wahlbezirk wechselte bei den beiden vorangegangenen Zwischenwahlen jeweils die Partei und galt deshalb auch diesmal als umkämpft.
Im Bundesstaat Florida verteidigten die Demokraten Kathy Castor und Jared Moskowitz ihre Sitze. Die Demokratin Pia Dandiya verteidigte ihren Wahlkreis in Südflorida. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Republikaner die Grenzen aller drei Wahlkreise in diesem Jahr zu ihren Gunsten neu gezogen hatten. Damit wollten sie mehrere bislang demokratisch gehaltene Sitze erobern, um erwartete Verluste in anderen Teilen des Landes auszugleichen.
Bislang haben die Republikaner eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus – sie halten derzeit noch 218 der 435 Sitze. Bei den Midterms werden alle Sitze im Repräsentantenhaus neu vergeben. 2024 hatte die Republikaner 220 Sitze geholte und die Demokraten 215.
Wichtige Senatsposten für Demokraten
Ob die Demokraten auch in der zweiten Kammer des Kongresses, dem Senat, die Mehrheit erobern können, galt vor der Wahl als fraglicher. Nun deutet sich ein Umschwung an – in drei Bundesstaaten besiegten Demokraten ihre republikanische Konkurrenz.
In North Carolina verloren die Republikaner laut AP-Berechnungen einen Senatssitz an den Demokraten Roy Cooper. Er setzte sich gegen den Republikaner Michael Whatley durch.
Im benachbarten South Carolina setzte sich laut AP die Demokratin Annie Andrews gegen die Republikanerin Darline Graham Nordone durch. Graham Nordone ist die Schwester des im Sommer gestorbenen republikanischen Senators Lindsey Graham.
In Texas deutet sich eine Überraschung an: Nach AP-Berechnungen wird sich dort der Demokrat James Talarico durchsetzen und so zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren einen Senatssitz für seine Partei dort erobert. Er setzte sich gegen den von Präsident Trump unterstützten Kandidaten Ken Paxton durch.
Darüber hinaus gewannen die Demokraten in zehn weiteren Bundesstaaten, die aber als sicher galten. Dazu zählen Delaware, Colorado, Illinois und Massachusetts. Auch in Georgia gewann der Amtsinhaber Jon Ossoff. Die Republikaner verteidigten ihre Senatsposten in Wyoming, Florida, Kentucky und West Virginia.
Es sind zahlreiche Rennen offen, in denen die Republikaner höhere Chancen haben, zu gewinnen. Um die Kontrolle im Senat zu erlangen, müssen die Demokraten insgesamt vier zusätzliche Mandate hinzugewinnen.
Erste schwarze Gouverneurin in den USA?
In 36 Bundesstaaten werden auch Gouverneurinnen und Gouverneure gewählt. In Georgia gewann laut Berechnungen von US-Medien die Demokratin Keisha Lance Bottoms. Die frühere Beraterin von Präsident Joe Biden wäre die erste schwarze Frau der US-Geschichte, die Regierungschefin in einem Bundesstaat wird.
Zudem konnten die Demokraten laut Berechnungen in mindestens sieben Bundesstaaten ihre Gouverneursposten verteidigen. Wiedergewählt wurden unter anderem die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, sowie der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro. Die Republikaner verteidigten mindestens zwei Gouverneursposten. In Florida wird laut Prognosen von mindestens zwei Sendern der Republikaner Byron Donalds neuer Gouverneur, er folgt seinem Parteikollegen Ron DeSantis nach.
Gouverneure werden in der Regel für vier Jahre gewählt. Sie haben in ihren Bundestaaten ähnliche Befugnisse wie der US-Präsident für das Land: Sie leiten die Exekutive, können Gesetze billigen oder per Veto verhindern und Richter ernennen.
