Erster Auftritt nach Wahl-PleiteTrump gibt JD Vance „weitgehend“ recht – würde Iran aber wieder angreifen
Einen Tag nach den Midterms beginnt bei den Republikanern die Zeit der Analysen. US-Vizepräsident JD Vance legt mit einem langen Text vor. Trump reagiert bei seinem ersten öffentlichen Auftritt – und hat seine eigenen Gedanken.
US-Präsident Donald Trump hat sich der Midterm-Analyse von JD Vance angeschlossen – mit einer Einschränkung. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der herben Wahlniederlage seiner Republikaner sagte Trump, dass er dem Vizepräsidenten JD Vance „weitgehend“ recht gebe, dass seine Partei vor allem wegen des Iran-Krieges verloren habe. Jedoch schränkte er ein: „Der Hauptgrund für die Niederlage waren die Preise, nicht der Krieg.“
Der Krieg mit dem Iran habe für einen kurzen Zeitraum die Kraftstoffpreise „ein bisschen“ in die Höhe getrieben, erklärte Trump. Gleichzeitig würde er den Krieg sofort wieder veranlassen, wenn er müsste. Es gehe langfristig darum, den Iran davon abzuhalten, eine Atomwaffe zu besitzen. Er habe keine andere Wahl. Dass die Zwischenwahlen auch ein Misstrauensvotum ihm gegenüber sind, lehnte Trump ab: „Wenn ich auf dem Stimmzettel gestanden hätte, hätten wir gewonnen.“
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor TV-Kameras nach der krachenden Niederlage seiner Republikaner hatte der Staatschef zunächst über seine Architekturprojekte gesprochen. Trump lobte vor allem den Ballsaal, den er am Weißen Haus bauen lässt. Es werde der „schönste Ballsaal in der ganzen Welt“ sein, sagte der US-Präsident auf der Baustelle. Auch verwies Trump auf seinen Plan, einen Triumphbogen zu bauen und einen alten Golfplatz in der US-Hauptstadt zu erneuern.
Vance hatte zuvor in einer 620 Worte langen Erklärung versucht, die heftige Niederlage der Republikaner zu erklären. „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, schrieb Vance überraschend deutlich. Dies habe Trump auch selbst am Vorabend eingeräumt. „Jeder weiß, weshalb wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen.“
Viele Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für Vance und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen, schrieb Vance. Eine Umfrage habe erheben, dass sich die enttäuschten Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten: das Ende des Iran-Kriegs, den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, Amerika an erste Stelle zu setzen und ein Wechsel der Beziehungen zu Israel.
