Reaktionen auf plötzlichen Tod„Mit Aiwanger verliert Bayern einen prägenden Politiker“
Hubert Aiwanger sollte in Berlin ein neues Büro der Freien Wähler eröffnen, doch dazu kommt es nicht. Bayerns Vize-Ministerpräsident wird leblos in seinem Hotelzimmer gefunden. Politikerinnen und Politiker erinnern an einen Menschen, der Bayern geprägt hat.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat den überraschend gestorbenen Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger als einen Bayern prägenden Vollblutpolitiker gewürdigt. „Die Nachricht vom plötzlichen Tod Hubert Aiwangers macht traurig und betroffen“, schrieb er in einem Statement. „Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden. Hubert Aiwanger war streitbar, aber unbestreitbar ein Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach bei X von einer „absoluten Tragödie“. „Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie“, schrieb der CSU-Chef.
Auch andere Politikerinnen und Politiker würdigten den 55-Jährigen. Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner sprach von einem „schweren Verlust für den Bayerischen Landtag, für die Politik in Bayern. Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie. Ihnen gilt unser herzliches Beileid“, teilte sie auf X mit.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, zeigte sich „sehr bestürzt“. Der Grünen-Politiker schrieb auf X über Aiwanger, er sei ein „streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten“ gewesen, „der für seine Überzeugungen kämpfte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Mein aufrichtiges Beileid!“ Die FDP erklärte, die Nachricht erfülle sie mit Trauer. Deren Parteichef Wolfgang Kubicki erinnerte an Aiwangers unkonventionelle und volksnahe Art. „Er war ein streitbarer Politiker, dessen Stimme und Persönlichkeit in der deutschen Politik fehlen werden.“
Hendrik Wüst, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, würdigte auf X einen „streitbaren Politiker, für den seine bayerische Heimat immer im Mittelpunkt stand“. „Viele Jahre hat er als stellvertretender Ministerpräsident Verantwortung für den Freistaat getragen. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen“, schrieb der CDU-Politiker.
Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zeigte sich schockiert und fassungslos. „So unterschiedlich die Perspektiven im Leben auch sind: Man wünscht einander immer Gesundheit. Mit ihm verliert Bayern ein bedeutendes Mitglied der Staatsregierung und einen prägenden Politiker“, schrieb sie.
Aiwanger war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin tot in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt worden. Am Nachmittag hätte er bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen. Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen, erfuhr die dpa. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden. Zur Todesursache gibt es bislang keine Angaben.
