Affäre mit möglicher SpioninNvidia leitet Untersuchungen gegen Chef Huang ein
In einer E-Mail an seine Belegschaft bestätigt Nvidia-Chef Huang eine Affäre. Berichten zufolge soll die Frau vom chinesischen Geheimdienst angeworben sein worden. Der Chipkonzern leitet daraufhin eine interne Untersuchung ein.
Der KI-Chip-Gigant Nvidia leitet nach Berichten über einen Spionage-Verdacht eine Untersuchung gegen seinen Gründer und Konzernchef Jensen Huang ein. Die Untersuchung solle von Mitgliedern des Verwaltungsrates und externen Ermittlern geführt werden, teilte Nvidia mit. Das Unternehmen erklärte außerdem, man habe keinen Grund zu der Annahme, dass die nationale Sicherheit der USA oder Firmengeheimnisse gefährdet seien.
In den vergangenen Tagen hatte es Medienberichte gegeben, wonach Huang ein Verhältnis zu einer Frau gehabt habe, die nach Vermutungen von US-Sicherheitskreisen vom chinesischen Geheimdienst angeworben worden sei. Huang bestätigte in einer E-Mail an die Nvidia-Beschäftigten, dass er eine Affäre gehabt habe. „Ich schulde meiner Familie und Euch allen eine Entschuldigung“, schrieb er. „Ich war meiner Frau untreu.“ Nvidia erklärte, Huang unterstütze die Untersuchung gegen ihn und habe seine Zusammenarbeit zugesagt.
Zuvor hatte die „Financial Times“ von der Liebesbeziehung berichtet. In einer ersten Reaktion von Nvidia auf die Berichte hatte es vor einigen Tagen noch geheißen, es handele sich um gewöhnliche Kontakte zu einer Vertreterin eines Nvidia-Kundenunternehmens.
Nvidia ist ein Schlüsselunternehmen für den KI-Boom. Chips der Firma aus Santa Clara im Silicon Valley dominieren in Rechenzentren bei Training und Betrieb Künstlicher Intelligenz. Huang baute in den vergangenen Jahren zudem ein enges Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump auf.
Zwischen Huang und der US-Regierung gab es immer wieder Differenzen über Beschränkungen für die Lieferung moderner KI-Chips nach China. Der Nvidia-Chef argumentiert, Verbote schadeten der Dominanz von Nvidia und damit auch der Vorreiter-Rolle der USA, weil sie die Entwicklung eigener Technologie in China beschleunigen würden. Die US-Regierung versucht dagegen seit Jahren, chinesische Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz durch die Blockade der Lieferungen von Hochleistungschips unter anderem von Nvidia zu bremsen.
