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Startseite»Politik»US-Zerstörer durchfahren offenbar Straße von Hormus
Politik

US-Zerstörer durchfahren offenbar Straße von Hormus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.05.2026 • 17:49 Uhr

Seit Monaten blockiert Iran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus. Die USA haben jetzt offenbar Kriegsschiffe in die Meerenge geschickt, um etwas dagegen zu tun. Ein Experte sagt: Normaler Handel sei trotzdem auf absehbare Zeit nicht möglich.

Die Spannungen zwischen Iran und USA rund um die Straße von Hormus nehmen zu. Nach US-Angaben haben zwei Kriegsschiffe die bislang von Iran blockierte Meerenge durchfahren. Die beiden Zerstörer befänden sich nun im Persischen Golf, teilte das für die Golfregion zuständige Regionalkommando Centcom der US-Streitkräfte mit.

Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert. „Die amerikanischen Streitkräfte unterstützen aktiv die Bemühungen, die Durchfahrt für die Handelsschifffahrt wiederherzustellen“, hieß es in der Mitteilung. Unabhängige Bestätigungen gab es zunächst nicht.

Iran: Haben US-Kriegsschiff an Einfahrt gehindert

Die iranische Revolutionsgarde dementierte, dass Handelsschiffe die Meerenge durchquert hätten. „Keine Handelsschiffe oder Öltanker haben in den vergangenen Stunden die Straße von Hormus passiert“, erklärten sie auf Telegram. „Die Behauptungen von US-Vertretern“ seien „komplett falsch“.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete zudem, die iranische Marine habe Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern abgefeuert. In dem iranischen TV-Bericht hieß es, die US-Schiffe hätten eine anfängliche iranische Warnung vor der Weiterfahrt missachtet. Daraufhin habe die iranische Marine als „Warnschuss“ Marschflugkörper, Raketen und Drohnen „um die feindlichen Schiffe des Aggressors herum“ abgefeuert.

Die iranische Marine teilte mit, sie habe „amerikanisch-zionistische“ Kriegsschiffe durch eine „schnelle und entschiedene Warnung“ an der Einfahrt gehindert. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, zwei Raketen hätten das Schiff nahe dem Hafen von Dschask am südlichen Eingang der Meerenge getroffen. Das US-Zentralkommando wies die Berichte über einen Raketenangriff zurück und dementierte, dass ein Kriegsschiff getroffen worden sei.

Trump will Schiffe herausholen

Centcom unterstützt das von US-Präsident Donald Trump angekündigte „Project Freedom“. Dieses zielt darauf ab, Handelsschiffe, die wegen des Krieges gegen Iran im Golf festsitzen, in sichere Gewässer zu begleiten. Zudem blockieren die USA iranische Häfen.

Trump hatte am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, „neutrale und unschuldige Länder“ seien von Iran in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir haben diesen Ländern gesagt, dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen gesperrten Wasserstraßen herausgeleiten werden, damit sie frei und ungehindert ihren Geschäften nachgehen können.“ Ein Vertreter des iranischen Militärs hatte nach Trumps Ankündigung des Armee-Einsatzes mit Angriffen auf das US-Militär gedroht, sollte es sich der Straße von Hormus annähern oder in sie einfahren.

US-Kommandeur Brad Cooper erklärte, die Unterstützung dieser defensiven Mission sei für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft unerlässlich. Die USA würden dafür 15.000 Soldaten, mehr als 100 Flugzeuge sowie Kriegsschiffe und Drohnen einsetzen.

Weiterhin „erhebliches Risiko“

Trotz des US-Einsatzes zur Befreiung festsitzender Schiffe sieht Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit, keine dauerhafte Entspannung. „Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass wir auf absehbare Zeit wieder Frieden erleben werden und eine Situation wie vor Beginn des Krieges, als friedliche Schifffahrt in der Straße von Hormus möglich war“, sagte Brake bei tagesschau24.

Das Problem sei, dass selbst mit dem großen Kräfteeinsatz der USA keine absolute Sicherheit in der Straße von Hormus erreicht werden könne. „Das heißt also: Handelsschiffe, die da durchfahren, müssen nach wie vor mit dem erheblichen Risiko leben, dass sie mit Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen, Drohnen auf dem Wasser, möglicherweise unter Wasser, und Minen umgehen müssen“, sagte Brake. Zivile Handelsschifffahrt könne so nicht funktionieren.

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