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Startseite»Nachrichten»Todesopfer identifiziert: Amokfahrt von Leipzig: Das ist bisher bekannt
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Todesopfer identifiziert: Amokfahrt von Leipzig: Das ist bisher bekannt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Todesopfer identifiziertAmokfahrt von Leipzig: Das ist bisher bekannt

Auch am späten Abend arbeiten die Ermittler noch am Ort des Geschehens im Leipziger Zentrum. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Er nutzte sein Auto als Waffe: Ein 33-Jähriger hat in der Leipziger Innenstadt zwei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt. Noch ist nichts über sein Motiv bekannt, einen religiösen oder politischen Terroranschlag halten Ermittler aber für unwahrscheinlich. Zu den Opfern gibt es inzwischen weitere Angaben.

Schreckliche Szenen in der Leipziger Innenstadt: Bei einer mutmaßlichen Amokfahrt sind eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann getötet worden, drei Menschen wurden schwer verletzt. Es gebe viele weitere Verletzte, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. Sachsens Innenminister Armin Schuster sagte, bei dem festgenommenen Fahrer handele es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter, einen Amoktäter. Er sei 33 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. 

Nach dpa-Informationen war der Mann schon vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig. Die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet, der Mann sei Amateurboxer und habe bis vor mehreren Monaten ehrenamtlich Trainings in einem Leipziger Boxclub geleitet. Über sein Motiv gibt es bisher keine Informationen. MDR Investigativ meldet, der 33-Jährige sei erst vor Kurzem aus der Psychiatrie entlassen worden. Von einer politischen oder religiösen Motivation gehen die Ermittler nicht aus.

Der Verdächtige war am frühen Abend mit einem weißen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren. Dabei fuhr er mehrere Menschen an. Augenzeugen berichten, er sei mit mindestens 50 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Der Täter sei von der Polizei noch im Auto „dingfest gemacht“ worden, hieß es seitens der Polizei. Der Mann habe in seinem Auto gesessen und sich widerstandslos festnehmen lassen, er sei in Deutschland geboren und in der Region Leipzig wohnhaft. Leipzigs Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bekräftigte, man gehe von einer Amoktat aus. Es gebe keinerlei Anzeichen für „eine andere Lesart“ und auch keine Anzeichen für weitere Täter. 

Oberbürgermeister Jung und Innenminister Schuster bedankten sich ausdrücklich auch bei den Menschen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten. Besonnene Passanten hätten schnelle Hilfe gespendet, Wasser gereicht und vorbildlich reagiert. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer meldete sich zu Wort: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien.“ Den Verletzten wünsche er Kraft und schnelle Genesung. „So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen. Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln, sagte der CDU-Politiker. 

Stadt unter Schock

Kurz nach der mutmaßlichen Amokfahrt war am Leipziger Marktplatz überall Blaulicht zu sehen. Die Rettungskräfte riefen einen Massenanfall von Verletzten aus. Das ist eine Situation, bei der spezielle Einsatzpläne greifen. Die Polizei sprach anfangs von einer „unübersichtlichen Lage“ und bestätigte zunächst einen Toten, später dann zwei.

Ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Vor dem weißen Auto des Täters war ein Tuch zu sehen. Mutmaßlich bedeckte es eine der Leichen. Vor dem berühmten Lokal „Auerbachs Keller“ flatterte Absperrband. Vor dem Seminargebäude der Leipziger Universität, die direkt an der Grimmaischen Straße liegt, gedrückte Stimmung. Junge Leute saßen in kleinen Gruppen auf den Stufen. Viele Geschäfte in der Leipziger Innenstadt schlossen kurz nach der Tat, nur wenige Gäste saßen noch vor den Cafés.

Immer wieder fuhren Krankenwagen aus der Grimmaischen Straße heraus. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen, wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, war zunächst unklar. Ein Kriseninterventionsteam bot Betroffenen Hilfe an. Die Polizei schaltete ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon frei. Dort können Zeuginnen und Zeugen unter anderem Fotos und Videos hochladen oder Hinweise zum Tathergang geben.

Die Grimmaische Straße führt als Fußgängerzone vom bei Touristen beliebten Augustusplatz – an dem auch das Gewandhaus liegt – zum Markt in der Innenstadt. Die Einkaufsstraße ist mehrere hundert Meter lang und teils durch Poller abgesichert. Diese Poller lassen sich absenken, etwa wenn ein Bus die Straße passiert. An der Einfahrt zur Fußgängerzone führt eine verkehrsberuhigte Straße mitten über den Augustusplatz vorbei.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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