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Startseite»Nachrichten»„Menschen wünschen mir den Tod“: „Das Traumschiff“ wird Rettungsanker für Collien Fernandes
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„Menschen wünschen mir den Tod“: „Das Traumschiff“ wird Rettungsanker für Collien Fernandes

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Menschen wünschen mir den Tod“„Das Traumschiff“ wird Rettungsanker für Collien Fernandes

Collien Fernandes fühlt sich bei ihrem „Traumschiff“-Team gut aufgehoben. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Seit Collien Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hat, liegen harte Wochen hinter ihr. Ohne „Traumschiff“-Dreharbeiten hätte sie diese Zeit vielleicht nicht überstanden, erklärt sie nun.

Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, über Jahre mutmaßlich Fake-Profile in ihrem Namen im Netz angelegt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben, die den Anschein erwecken sollten, seine damalige Ehefrau wäre darin zu sehen. Erstmals ging Fernandes in einem Bericht des „Spiegel“ mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) spricht die Moderatorin und Schauspielerin nun unter anderem darüber, wie schwierig die vergangenen Wochen für sie gewesen sein sollen. Rückhalt habe ihr gegeben, dass sie in diesem Zeitraum für die ZDF-Reihe „Das Traumschiff“ vor der Kamera stehen konnte. Collien Fernandes spielt in der Reihe die Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado.

„Auf dem Meer zu sein, fühlt sich nach geschütztem Raum an. Auch das Umfeld hier trägt seinen Teil dazu bei. Da draußen wünschen mir Menschen den Tod. Aber hier habe ich Freunde und zu vielen ein sehr enges Vertrauensverhältnis aufgebaut“, erzählt Fernandes im Gespräch mit der FAZ. Bereits im März hatte die Mutter einer Tochter erstmals öffentlich gemacht, dass sie im Rahmen des Falls Morddrohungen erhalten habe. Auf einer Demo in Hamburg wollte sie daher zunächst nicht sprechen. Sie trat allerdings doch auf, „mit einer schusssicheren Weste und mit Polizeischutz“, wie sie erklärte.

Das „Traumschiff“-Team habe schon vor der ursprünglichen Veröffentlichung „einiges mitbekommen“, sagt sie nun. „Für sie waren viele Dinge also nicht ganz neu. In diesem Team wird auf Harmonie geachtet, vor und hinter der Kamera. Ich weiß nicht, ob ich die vergangenen Wochen überstanden hätte, wenn es diesen Ort nicht gäbe. Als die Anfrage zum ‚Traumschiff‘-Dreh kam, dachte ich: Das könnte mir privat helfen, Abstand zu gewinnen.“ Die Situation sei für Fernandes „wahnsinnig belastend“, erzählt sie.

In der Debatte, die auf die Anschuldigungen folgte, vermischten sich die Vorwürfe auch mit dem Thema Deepfake-Videos. Ulmens Anwalt Schertz teilte mit, dass sein Mandant „zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“ habe. Den Bericht des „Spiegel“ hatte Schertz zuvor scharf kritisiert. In einer Mitteilung hieß es, es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“ und man sei beauftragt worden, rechtliche Schritte einzuleiten.

In Bezug auf den Vorwurf an sich mache es für Fernandes keinen Unterschied, was für Material genau verbreitet worden sei, wie sie nun erläutert: „Wenn jemand einen nackten Schritt oder Brüste verschickt und behauptet, das sei mein Körper, dann ist es doch völlig egal, ob es sich um KI-Brüste handelt oder um die Brüste einer anderen Frau. Die Aussage dazu ist ja immer: Hallo, ich bin Collien Fernandes, und hier sind meine Brüste.“

Beruflicher Schaden nicht absehbar

Sie wisse bislang nicht, „wie groß der Schaden war, der dadurch auch in der Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen für mich entstanden ist“. Denn es sei auch Material an Arbeitskontakte geschickt worden, wie sie ausführt. Sie wisse nicht, wer alles solche Nachrichten erhalten habe, wodurch es bei ihr zu Panikattacken gekommen sei. „Immer wenn ich zur Arbeit fuhr und ein Mann mich komisch anguckte, dachte ich: Oh Gott, hatte ‚ich‘ eine Onlineaffäre mit dem?“, erzählt die Moderatorin. Sie habe zeitweise nicht mehr auf Anfragen von Produktionsfirmen geantwortet, weil sie Angst hatte, dass dort in einem Meeting jemand sitzen könnte, der glaubt, mit ihr online eine Affäre zu haben.

Seit Fernandes‘ Schritt an die Öffentlichkeit gibt es in Deutschland verstärkt eine wichtige Debatte über gesetzliche Lücken unter anderem im Zusammenhang mit Identitätsbetrug im Internet und der Veröffentlichung von pornografischem Material ohne die Zustimmung betroffener Personen. Tausende Menschen gingen nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf die Straßen, um sich mit der Moderatorin sowie anderen Betroffenen sexualisierter und digitaler Gewalt zu solidarisieren.

Quelle: ntv.de, csp/spot

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