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Startseite»Nachrichten»Abdul B. „freundlich“ erlebt: Extremismusberater sahen „nicht das geringste Anzeichen einer Bedrohungssituation“
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Abdul B. „freundlich“ erlebt: Extremismusberater sahen „nicht das geringste Anzeichen einer Bedrohungssituation“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 26, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Abdul B. „freundlich“ erlebtExtremismusberater sahen „nicht das geringste Anzeichen einer Bedrohungssituation“

In Berlin wurde am Tag nach dem Anschlag am Brandenburger Tor getrauert. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein Gericht würde Abdul B. gern in einem Deradikalisierungsprogramm sehen. Die Berater sprechen zweimal mit dem späteren Todesfahrer und ziehen ein durchmischtes Fazit. Zwar sei er „freundlich und angepasst“ gewesen, aber es fehlte wohl an einer wichtigen Sache.

Der Verdächtige des Anschlags auf den CSD in Berlin, Abdul B., sollte nach seiner Haftentlassung im Mai womöglich in ein Deradikalisierungsprogramm aufgenommen werden. Das bestätigte Thomas Mücke, Mitgründer und Geschäftsführer des „Violence Prevention Networks“ (VPN), dem „Spiegel“. Die Organisation versucht seit vielen Jahren, straffällig gewordene Islamisten von der Gewalt abzubringen. Dabei habe Abdul B. sich „freundlich, nichtssagend, angepasst“ verhalten, so Mücke.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war Abdul B. im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur „Vorbewährung“ verurteilt worden, einer Besonderheit des Jugendstrafrechts. Als Auflage musste er sich auf eine Betreuung durch das „Violence Prevention Network“ einlassen.

Laut Mücke befand sich Abdul B. noch in einer sogenannten „Clearing-Phase“. Es hätten zwei Gespräche stattgefunden – am 15. Juni und am 8. Juli. Die Sozialarbeiter des VPN hätten „einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck“ von Abdul B. gehabt, sagte Mücke auch im ARD-„Brennpunkt“.

Seinen Mitarbeitern seien Zweifel gekommen, ob es Sinn mache, ihn in das Deradikalisierungsprogramm aufzunehmen, so Mücke im „Spiegel“. Es brauche „eine gewisse Problemeinsicht“, sagte Mücke weiter, „sonst kommt man nicht an diese Personen ran“.

Eine endgültige Entscheidung über eine Aufnahme in die Beratung hätte nach einem dritten Gespräch mit den VPN-Experten fallen sollen, das für kommende Woche angesetzt war. Davor beging Abdul B. jedoch mutmaßlich den Anschlag am Berliner Tiergarten. In den beiden Vorgesprächen habe es „nicht das geringste Anzeichen einer konkreten Bedrohungssituation“ gegeben, betonte Mücke. Sonst hätte die Organisation umgehend die Behörden informiert.

Quelle: ntv.de, mpa

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