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Startseite»Nachrichten»Andere Länder prüfen noch: EU-Kommission billigt Warner-Übernahme durch Paramount
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Andere Länder prüfen noch: EU-Kommission billigt Warner-Übernahme durch Paramount

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Andere Länder prüfen noch EU-Kommission billigt Warner-Übernahme durch Paramount

Warner Bros. ist ein Hollywood-Urgestein. (Foto: Jae C. Hong/AP/dpa)

Der Mega-Deal der US-Filmstudios Warner und Paramount sorgt seit Monaten für Diskussionen. Wettbewerbshüter in mehreren Ländern prüfen, in den USA gab es gerade einen Gerichtsbeschluss. Jetzt hat Brüssel entschieden.

Die EU-Kommission hat der Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount unter Auflagen zugestimmt. Dabei geht es um den Vertrieb von Filmen in Europa, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Wettbewerbshüter hervorgeht. 

Die Brüsseler Behörde prüft große geplante Zusammenschlüsse, die Auswirkungen auf den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt haben könnten. Das betrifft auch ausländische Unternehmen mit hohem Umsatz, die auch in der EU tätig sind.

Warner Bros. Discovery und Paramount betreiben dort jeweils unter anderem Streamingdienste (Paramount+, Max), lizenzieren Filme und TV-Formate an europäische Fernsehsender und verleihen Filme. Die EU-Kommission stellte fest, dass es im Bereich der Filmproduktion trotz einer Übernahme genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum geben wird. Als Beispiele nannte sie andere große US-Filmstudios wie Disney, NBC Universal (Universal) und Sony, „kleinere US-Studios wie Amazon MGM, A24 und Lionsgate sowie europäische Filmstudios“.

Beim Vertrieb von Filmen sah die Kommission aber eine zu hohe Marktkonzentration. Paramount Pictures und Universal Pictures vertreiben über das Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP) Filme an Kinobetriebe.

„Durch die Transaktion wären auch die Filme von Warner über UIP vertrieben worden. Ohne Gegenmaßnahmen hätte dies zu ungünstigeren Miet- und Vertriebsbedingungen für Kinobetreiber geführt und letztlich Verbraucher benachteiligt“, bemängelt die EU-Kommission. Paramount habe deshalb verschiedene Verpflichtungen angeboten, die sicherstellen, dass die Filme des fusionierten Unternehmens nicht gemeinsam mit Filmen von Universal oder Disney vertrieben werden.

So muss Paramount nun innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an UIP im Europäischen Wirtschaftsraum beenden. Für zehn Jahre darf Paramount zudem keine Vereinbarungen oder Absprachen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen in Europa abschließen und für den Vertrieb von Warner- oder Paramount-Filmen nicht den gleichen Kinofilmvertrieb nutzen wie Disney und Universal. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung.

Rechtsstreit in den USA

Der Filmverleih United International Pictures (UIP) mit Hauptsitz in London war 1981 gegründet worden. Darüber werden nach UIP-Angaben weltweit mehr als 1000 Filme unter Lizenz vertrieben, davon mehr als 100 Oscar-Preisträger – zum Beispiel „Der Pate“ und „Breakfast at Tiffany’s“.

In Deutschland und einigen anderen Märkten arbeiten Universal Pictures und Paramount Pictures schon seit einigen Jahren nicht mehr in der United International Pictures zusammen. Stattdessen nutzen sie eigene Verleihunternehmen, Paramount Pictures Germany und den internationalen Verleiharm von Universal Pictures.

Unabhängig von der EU-Kommission prüfen Behörden in anderen betroffenen Ländern. Die US-Regierung genehmigte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen. Doch nach einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten wurde die Übernahme Anfang dieser Woche per Gerichtsbeschluss für zunächst zwei Wochen ausgesetzt. In dieser Zeit soll über die von den Bundesstaaten angestrebte längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals verhandelt werden.

Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin konnten sie zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten – was eine zeitweise Aussetzung der Fusion rechtfertige.

Kritiker sorgen sich wegen Trump-Nähe um CNN

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie im vergangenen Jahr durch wohlwollendere Berichterstattung gegenüber Trumps Regierung auf.

Ellison will an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist derzeit noch einer der kleineren Player der Branche. Zu bekannten Marken zählen „PAW Patrol“ und „Mission: Impossible“. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft.

Ende Februar hatte der Hollywood-Konzern Warner Bros. Discovery der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance zugestimmt. Rivale Netflix war kurz zuvor aus einem langen Bieterstreit ausgestiegen.

Hollywood-Stars wie Jane Fonda, Javier Bardem und Ben Stiller stellten sich im April entschieden gegen die Übernahme. „Zunehmend bestimmt eine kleine Zahl mächtiger Akteure, was produziert wird – und zu welchen Bedingungen“, hieß es in einem Brief, den einer Mitteilung zufolge mehr als 1000 Menschen aus der Branche unterschrieben.

Quelle: ntv.de, Von Ann-Kristin Wenzel und Andrej Sokolow, dpa

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