Attentatspläne gegen Tusk Verdächtiger in Polen hatte Sprengsätze im Haus
Am Sonntag nimmt die Polizei in Polen einen Mann fest, der Anschläge auf Präsident Tusk und den Verteidigungsminister geplant haben soll. Der 66-Jährige schweigt zu den Vorwürfen. In seiner Wohnung findet sich belastendes Material.
Nach der Festnahme eines Mannes wegen mutmaßlicher Pläne für ein Attentat auf Polens Ministerpräsident Donald Tusk haben Ermittler in der Wohnung des 66-Jährigen selbstgebaute Sprengsätze gefunden. „Etwa ein Dutzend“ Sprengsätze seien sichergestellt worden, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft. In einer Blendgranate seien Metallkugeln entdeckt worden. Der Mann hatte laut Ermittlern mutmaßlich auch ein Attentat auf Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz geplant.
Der am Sonntag festgenommene Krzysztof N. habe in der Vergangenheit Menschen, die über Waffen verfügten, für eine Zusammenarbeit mit ihm angeworben. Laut Staatsanwaltschaft werden N. neun Straftaten zur Last gelegt, darunter die „Vorbereitung der gewaltsamen Beseitigung eines Verfassungsorgans“. Der Verdächtige hat die ihm vorgeworfenen Taten nicht gestanden und verweigert jede Aussage. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.
Innenminister Marcin Kierwinski hatte gesagt, die Ermittler seien auf N. durch eine „gründliche Analyse online veröffentlichter Inhalte“ aufmerksam geworden. Der pro-europäische Politiker Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz ist zugleich Vize-Regierungschef.
Polen befindet sich wegen einer Serie von Messerattacken in Schulen offiziell im Alarmzustand. Im September hatte der polnische Inlandsgeheimdienst zudem einen 17-Jährigen festgenommen, der einen Anschlag auf eine Schule und eine Moschee geplant haben soll.
