Laut dem neuen Verkehrsminister Bilger verlief die Sondersitzung der Unionsfraktion konstruktiv – wenn auch mit Kritik aus den Wahlkreisen. Nun will er in seinem Job wieder in sein „altes Fachthema“ eintauchen.
„Viele Wortmeldungen, aber nichts Destruktives“: So hat der frisch ernannte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger die Sondersitzung der Unionsfraktion im Interview mit den tagesthemen beschrieben. Er sprache von einer „sehr konstruktiven Stimmung“ und einer „offenen Aussprache“, bei der Abgeordnete Kritik aus ihren Wahlkreisen vorgetragen hätten.
Diese Kritik hätten die Verantwortlichen in der Fraktion und in der Bundesregierung angenommen. „Der Kanzler hat noch mal die Entscheidungen erklärt“, sagte Bilger mit Blick auf den Personalumbau in der Union und im Kabinett von Friedrich Merz.
Die Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei mit knapp 92 Prozent der Stimmen habe schlussendlich betont, dass er das Vertrauen der Fraktion habe, um nun die geplanten Reformen in Deutschland weiter voranzutreiben, so Bilger.
Bilger will „Infrastruktur aus den Negativschlagzeilen“ holen
Hinsichtlich seines neuen Amtes als Chef des Verkehrsministeriums zeigte sich der CDU-Politiker erfreut, wieder in seinem „alten Fachthema zu Hause“ zu sein. Seit Beginn seiner Laufbahn im Bundestag 2009 habe er sich mit der Verkehrspolitik beschäftigt und wolle diese Erfahrungen nutzen, um „die Mobilität der Zukunft“ in Deutschland zu entwickeln.
Mit den geplanten milliardenschweren Investitionen in seinem Ressort wolle Bilger „die Infrastruktur in Deutschland aus den Negativschlagzeilen“ holen. Wie er betonte, zähle dazu auch die kriselnde Automobilindustrie. Dort müsse der Anspruch gelten, „dass wir auch weiterhin die Ideen haben, die wir dann in die Welt verkaufen können, um Wohlstand und Arbeitsplätze in unserem Land zu sichern“.
Zweite Wahl nach Güntzler?
Dass er laut Berichten aus der Union nur die zweite Wahl für den Job des Verkehrsministers war, nachdem der CDU-Abgeordnete Fritz Güntzler offenbar abgesagt hatte, würde Bilger nach eigener Aussage so nicht formulieren. „Ich hatte eine sehr erfüllende Aufgabe als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer unserer Fraktion“, erklärte er.
Diese Aufgabe hätte er auch gerne weiter ausgeführt. Doch nun schaue er mit Freude auf seine neuen Aufgaben in gewohntem Terrain: „Und da gibt es viel zu tun im Bundesverkehrsministerium.“
