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Politik

Bill Gates berichtet von Erpressung durch Epstein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.06.2026 • 15:04 Uhr

Vor dem US-Kongress hat Microsoft-Mitgründer Gates angegeben, der Sexualstraftäter Epstein habe ihn wegen seiner Affären erpresst. Kriminelles Verhalten habe er aber sonst nie beobachtet. Der Kontakt sei ein Fehler gewesen.

Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat Medienberichten zufolge vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt, von dem 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erpresst worden zu sein.

Epstein habe um seine außerehelichen Beziehungen gewusst und sie gegen ihn als Druckmittel eingesetzt, sagte Gates demnach am Mittwoch bei seiner freiwilligen Aussage vor dem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Mit „vielen zusätzlichen Lügen“ habe Epstein versucht, ihn zu einer Wiederaufnahme des Kontakts zu zwingen. Dieser Versuch sei aber gescheitert.

Wer war Jeffrey Epstein?

Jeffrey Epstein war ein US-amerikanischer Finanzmanager und Multimillionär, der vor allem durch den Aufbau eines massiven Missbrauchsnetzwerks bekannt wurde. Er wurde 1953 in Brooklyn, New York, geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Epsteins Eltern gehörten der Mittelschicht an. Sein Vater arbeitete für die Stadt New York, seine Mutter war Hausfrau.

Nach einem Studium ohne Abschluss arbeitete Epstein in den 1970er-Jahren als Lehrer an einer Elite-Privatschule in Manhattan. Über Kontakte wechselte er später in den Finanzsektor. Dort machte er rasch Karriere, zunächst bei einer Investmentbank. Wie genau er sein Vermögen aufbaute, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass er als Vermögensverwalter für wohlhabende Kunden tätig war. Er pflegte einflussreiche Netzwerke zu Spitzenpolitikern, Unternehmern, Wissenschaftlern und Prominenten.

Zu seinem Besitz gehörten mehrere Luxusimmobilien, darunter auch eine Privatinsel auf den Virgin-Islands, bekannt als „Little Saint James“. Nach Aussagen von Opfern soll die Insel ein zentraler Ort für die sexuellen Übergriffe gewesen sein. Eine wichtige Rolle dabei spielte Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell, die ihm half, junge Frauen und Minderjährige für ihn anzuwerben, zu kontrollieren und zu missbrauchen.

Bereits in den 1990er-Jahren gab es erste strafrechtliche Beschwerden gegen Epstein wegen sexueller Übergriffe. 2008 wurde er als Sexualstraftäter verurteilt. Er hatte sich vor einem US-Gericht unter anderem schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet zu haben. Er erhielt eine 18-monatige Haftstrafe, von der er etwa 13 Monate verbüßte. Durch einen umstrittenen Deal konnte er die meiste Zeit davon außerhalb des Gefängnisses verbringen.

2019 wurde Epstein wegen schwerer Vorwürfe erneut verhaftet. Kurz danach wurde er erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden, bevor es zu einem Strafprozess kommen konnte.

Gates: Epstein hat Milliarden-Spenden versprochen

In einer vorbereiteten Erklärung, aus der mehrere US-Medien zitieren, sagte Gates, er habe Epstein 2011 kennengelernt, den Kontakt aber 2014 abgebrochen. Epstein habe ihm zunächst versprochen, Milliarden Dollar an Spenden für globale Gesundheitsprojekte beschaffen zu können. Daraus sei aber nie etwas geworden.

„Falls die Zeit, die ich mit Epstein verbracht habe, ihm irgendeine Glaubwürdigkeit verliehen hat, tut mir das zutiefst leid“, hieß es den Berichten zufolge in Gates‘ Erklärung. Er räumte demnach auch ein, es sei eine „schwerwiegende Fehleinschätzung“ gewesen, sich mit Epstein zu treffen.

Kriminelles Verhalten habe er aber nie beobachtet. „Ich war nie auf seiner Insel, seiner Ranch oder in seinem Haus in Florida. Ich habe niemals jemandem Schaden zugefügt.“

Vor der Anhörung hatte Gates die Hoffnung geäußert, dass seine Aussage dazu beitrage, „Gerechtigkeit für die Opfer“ zu erreichen. Die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen und ohne Videoaufzeichnung statt.

Keine Vorwürfe gegen Gates

Der Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors Epstein politisch aufarbeiten. Der Multimillionär aus New York hatte einen Missbrauchsring betrieben, viele Frauen und Minderjährige waren Opfer. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige auch selbst missbraucht haben.

2019 war er mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Was sind die Epstein-Files?

Die sogenannten Epstein-Files bezeichnen eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Zeugenaussagen und Gerichtsunterlagen rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Der US-Multimillionär soll über Jahre hinweg ein Netzwerk zum sexuellen Missbrauch junger Frauen und Minderjähriger aufgebaut haben. Epstein wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden, bevor es zu einem Strafprozess kommen konnte.

Im Mittelpunkt der Epstein-Files stehen Gerichtsakten aus Zivilprozessen, vor allem aus einem Verfahren der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell, die 2021 wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch verurteilt wurde. Viele dieser Unterlagen waren lange unter Verschluss. Anfang 2024 ordnete ein US-Gericht an, zahlreiche Dokumente öffentlich zugänglich zu machen. Es folgten weitere Veröffentlichungen.

Die Akten enthalten unter anderem Aussagen von Opfern und Zeugen, E-Mails, Fotos, Videos sowie Namen von Personen, die mit Epstein in Kontakt standen. Darunter finden sich Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die bloße Nennung eines Namens bedeutet keine Schuld. Zahlreiche Personen werden lediglich erwähnt, ohne dass ihnen strafbares Verhalten vorgeworfen wird.

Die Akten belegen, wie weitreichend Epsteins Kontakte waren und wie er offenbar seinen Reichtum und Einfluss nutzte, um sich und andere Beteiligte zu schützen. Zugleich zeigen sie, dass Justizbehörden schon früh Hinweise auf mögliche Straftaten Epsteins hatten. So meldeten sich bereits Anfang der 2000er-Jahre mehrere junge Frauen bei Polizei und Staatsanwaltschaft, ohne, dass es zu einer umfassenden Strafverfolgung kam. Eine vollständige Aufarbeitung steht bis heute aus.

Der republikanische Ausschusschef James Comer hatte vor Beginn der Befragung gesagt, dass die Kongressmitglieder etwas über Gates‘ Beziehung zu Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell erfahren wollten. Comer betonte, Gates werde kein Fehlverhalten vorgeworfen.

Der Microsoft-Mitgründer und Philanthrop ist einer der reichsten Männer der Welt. Wie viele andere Prominente aus zahlreichen Ländern hatte er laut Akten des US-Justizministeriums Kontakt zu Epstein.

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