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Startseite»Politik»Bis zu 200 Prozent: Trump kündigt Zölle auf Arzneimittel an
Politik

Bis zu 200 Prozent: Trump kündigt Zölle auf Arzneimittel an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.07.2026 • 08:55 Uhr

US-Präsident Donald Trump will Arzneimittelhersteller zu einer Produktion in den USA bewegen. Für Generika kündigte er deshalb ab Sommer 2028 Strafzölle an – die auf bis zu 200 Prozent steigen sollen.

US-Präsident Donald Trump setzt die Pharmabranche unter Druck: Er hat neue Strafzölle auf importierte Arznei-Generika angekündigt. Nach seinen Angaben sollen ab Sommer 2028 zunächst für ein Jahr Sonderabgaben in Höhe von 100 Prozent erhoben werden.

Anschließend soll der Zollsatz auf 200 Prozent steigen. Die Ankündigung machte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Generika sind Medikamente, die den Wirkstoffen patentgeschützter Präparate entsprechen, in der Regel aber deutlich günstiger angeboten werden.

Produktion soll in die USA verlagert werden

Bis zum Sommer 2028 sollen danach keine Zölle auf Generika erhoben werden. „Mit Wirkung vom 1. August 2026 unterliegen alle in die Vereinigten Staaten eingeführten Generika für einen Zeitraum von zwei Jahren weiterhin einem Zollsatz von null Prozent“, erklärte Trump. Diese Frist sollen Unternehmen nutzen, um ihre Produktion in die USA zu verlagern.

Firmen, die ihre Fertigung nicht in den Vereinigten Staaten aufbauen, würden bestraft, drohte Trump. „Diese Maßnahme dient dem Schutz der amerikanischen Bevölkerung“, hieß es in diesem Post. Wie das konkret umgesetzt werden soll und auf welcher rechtlichen Grundlage die Zölle erhoben würden, ließ er offen.

Druck auf Pharmabranche wächst

Mit der Ankündigung erhöht Trump den Druck auf Arzneimittelhersteller außerhalb der USA. Bereits im Frühjahr hatte er Zölle von 100 Prozent auf patentgeschützte Markenmedikamente angekündigt, die gestaffelt eingeführt werden sollen. Ausnahmen gelten unter anderem für Unternehmen, die auch in den USA produzieren, sowie in bestimmten Fällen aufgrund von Handelsabkommen.

Trump begründet seine Zollpolitik mit dem Ziel, die vergleichsweise hohen Medikamentenpreise in den USA zu senken. Er wirft Pharmaunternehmen vor, durch günstigere Produktion im Ausland den Wettbewerb zulasten von US-Unternehmen zu verzerren. Zudem verweist er auf die hohen Forschungskosten der US-Pharmabranche.

Neue Zölle in Brasilien ab Mittwoch

Erst vergangene Woche hatte Trump neue Zölle in Höhe von 25 Prozent für Produkte aus Brasilien angekündigt. Ab Mittwoch gelten diese auf zahlreiche Importe aus dem südamerikanischen Land. Die neuen Zölle folgen auf eine einjährige Untersuchung der US-Regierung. Dabei seien zahlreiche Handelspraktiken Brasiliens festgestellt worden, die aus Sicht Washingtons „unangemessen oder diskriminierend“ seien und den US-Handel beeinträchtigten.

Von den Maßnahmen ausgenommen sind demnach unter anderem Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft, Erdöl und Gas sowie bestimmte Flugzeugteile. Dabei handelt es sich laut US-Regierung um Produkte, die in den Vereinigten Staaten nicht ausreichend verfügbar oder bei denen besonders sensible Lieferketten betroffen sind.

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