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Bühner weint hemmungslos: „Tut nur weh“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Bühner weint hemmungslos

„Tut nur weh“ – Gnadenloses Spanien raubt Deutschland den WM-Traum

13.09.2026 | 18:48 Uhr

Der Medaillentraum bei der Heim-WM platzt für Deutschlands Basketballerinnen jäh. Nach der Halbfinale-Niederlage gegen Frankreich ist im Bronze-Spiel erneut auch Spanien zu stark.

Frieda Bühner weinte hemmungslos, viele ihrer Mitspielerinnen wischten sich niedergeschlagen die Tränen aus den Augen: Deutschlands Basketballerinnen haben ihren bemerkenswerten Lauf bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin ohne die historische erste Medaille beendet und gehen nach einer deutlichen 58:81 (36:40)-Niederlage gegen Spanien auf Platz vier leer aus.

„Ich hätte dem Team eine Medaille gegönnt, ich glaube, das hätten wir uns verdient. Dass es jetzt nicht geklappt hat, ist eine Erfahrung, die wir mitnehmen müssen, ein Schmerz, den wir mitnehmen müssen und in Aggression und Motivation umwandeln müssen für das nächste große Turnier“, sagte Leonie Fiebich. Dass sie und ihre Mitspielerinnen für eine große Euphorie während der Heim-WM gesorgt hatten, tröstete sie in dem Moment nicht: „Ehrlich gesagt tut es gerade einfach nur weh.“

Sabally und Peterson halten dagegen

Während das Team um Bühner und Fiebich in der Kabine verschwand, erklang aus den Boxen der Arena der Party-Klassiker Eviva España. Die mit 22 Punkten herausragende Iyana Martin und ihre Mitspielerinnen hüpften freudig über das Parkett, nachdem sie den Gastgeberinnen fair gratuliert hatten.

Nyara Sabally (13 Punkte) und Alexis Peterson (13) überzeugten für das deutsche Team, doch für einen Sieg reichte es nicht. Vor 12.187 Zuschauern in der Arena hielt Deutschland besser mit als vor zehn Tagen, als der WM-Auftakt noch mit 53:83 gegen Spanien verloren ging. Zu einem Überraschungscoup wie gegen Europameister Belgien im Viertelfinale reichte es vor den Augen von Dirk Nowitzki und Dennis Schröder aber nicht. Für die Spanierinnen ragte Iyana Martin mit 22 Punkten heraus.

Erstmals seit fünf Jahren keine Basketball-Medaille

Platz vier bleibt für das Team von Bundestrainer Olaf Lange ein Erfolg und das beste Abschneiden der Geschichte. Noch mehr wert ist das Resultat angesichts des Fehlens von Starspielerin Satou Sabally, die aufgrund der Folgen einer Gehirnerschütterung ihre Teilnahme frühzeitig absagen musste. Die ältere der beiden Sabally-Schwestern gilt als beste deutsche Spielerin.

Für den Deutschen Basketball Bund (DBB) endet nach glänzenden Jahren eine beeindruckende Medaillenserie. Seit 2022 hatte der Verband immer mindestens einmal Edelmetall bei Großereignissen gewonnen. WM- und EM-Titel des Männer-Nationalteams um Kapitän Schröder und Olympia-Gold der 3×3-Frauen in Paris waren dabei die Höhepunkte.

Die zehn Tage Frauen-Basketball in der Hauptstadt wird der DBB dennoch als Erfolg auf ganzer Linie verbuchen. Das Lange-Team hat die Erwartungen sportlich übertroffen. Und insgesamt fanden sich rund 230.000 Menschen bei den Spielen in der Arena am Ostbahnhof sowie der Max-Schmeling-Halle an.

Nowitzki: „Größere Wertschätzung“

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz war unter den Zuschauern. „Diese Stimmung wünsche ich mir fürs ganze Land, ich wünsche sie mir vor allem für die deutsche Olympia-Bewerbung“, sagte der CDU-Chef, der gleich zum Auftakt dabei war. Nowitzki wurde in der Finalrunde zum Dauergast und sprach von einem „Sommermärchen“ in Berlin. „Die Wertschätzung ist größer geworden, für Frauen und Männer. Das sieht man“, sagte die Basketball-Ikone.

Die Krönung des Heim-Turniers sollte es ausgerechnet gegen die starken Spanierinnen geben, gegen die man zum WM-Auftakt noch so deutlich verloren hatte. „Wir bekommen die Chance, uns zu revanchieren. Dafür sind wir sehr dankbar – es gibt keinen besseren Gegner, das Turnier zu beenden“, sagte Chefcoach Lange.

23 Sekunden Führung an zwei Tagen

Wie am Vortag beim 64:86 im Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich auch im Bronze-Spiel: Die absolute Weltspitze ist noch ein gutes Stück entfernt. Zwar warfen Fiebich und Co. im ersten Viertel besser und hochprozentiger aus dem Feld als ihre Gegnerinnen. Doch weil das spanische Team die Gastgeberinnen zu Ballverlusten zwang und unter den Körben dominierte, geriet Deutschland zweistellig in Rückstand.

Gegen Frankreich erlaubte sich Deutschland 25 Ballverluste – so viele waren es diesmal zwar nicht, doch die beiden Partien wiesen einige Parallelen auf. Im Halbfinale lag Langes Team für insgesamt elf Sekunden in Führung. Im Bronze-Spiel waren es zwölf, beim Stand von 2:0.

Wann immer Deutschland ins Spiel zurückzufinden schien, hatte Spanien die passende Antwort. Ein 15:3-Lauf zum Start in die zweite Halbzeit brachte den Favoriten auf die Siegerstraße, danach wurde es nicht mehr richtig eng. Im Schlussviertel brach das deutsche Team auseinander und bekam offensiv nicht mehr viel hin. Für Spanien Frauen ist es nach Bronze 2010, Silber 2014 und Bronze 2018 die vierte Medaille bei einer Weltmeisterschaft.

Verwendete Quellen: ntv.de, Patrick Reichardt und Jörg Soldwisch, dpa

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