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Bund startet Verkauf seiner Anteile an Uniper

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Verstaatlichter EnergiekonzernBund startet Verkauf seiner Anteile an Uniper

Der Energiekonzern Uniper ist Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland. (Foto: IMAGO/Sven Simon)

Nach Kriegsausbruch in der Ukraine rettet der Bund den Energiekonzern Uniper. Jetzt will der Staat einen Großteil seiner Anteile wieder verkaufen. Finanzminister Lars Klingbeil dürfte damit auf Milliardeneinnahmen hoffen.

Gut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Energiekonzerns Uniper hat der Bund den Verkauf eines Großteils seiner Unternehmensanteile eingeleitet. Die Bundesregierung schaltete eine entsprechende Verkaufsanzeige in der Printausgabe der „Financial Times“, wie ein Sprecher des Bundesfinanziministeriums mitteilte. Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro.

Derzeit hält der Bund laut Ministerium über 99 Prozent der Anteile an Uniper. Gegenüber der EU-Kommission hatte sich Berlin dazu verpflichtet, seine Beteiligung bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ ist der aktuelle Börsenwert „mit Vorsicht zu genießen“. So könnte der Aktienkurs in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, deutlich sinken – weshalb ein außerbörslicher Verkauf favorisiert werden könnte.

Der Ministeriumssprecher teilte mit, der Bund prüfe neben dem Verkauf über Aktien am Kapitalmarkt auch „außerbörsliche Veräußerungsoptionen“. Letzteres scheint auch die Präferenz des Ministeriums von Lars Klingbeil zu sein: Die Anzeige in der „Financial Times“ richte sich an mögliche Interessenten für einen außerbörslichen Verkauf, erklärte der Sprecher. Bis zum 12. Juni sollen sich Interessenten schriftlich melden.

Bund stellt Bedingungen auf

„In der Verkaufsanzeige wird ebenfalls klargestellt, dass der Bund auch nach Abschluss des Privatisierungsprozesses weiterhin 25 Prozent plus eine Aktie an der Uniper halten möchte“, ergänzte der Sprecher. Der Staat soll demnach „strategische Anteile“ für eine Sperrminorität behalten. Zudem werde die Veräußerung einzelner Geschäftsteile von Uniper ausgeschlossen.

Zudem solle der Gasversorger nicht in einzelnen Teilen veräußert werden. „Der Bund achtet im Verkaufsprozess darauf, dass die Zukunftsfähigkeit des Gesamtunternehmens und damit die Versorgungssicherheit Deutschlands gewahrt bleibt“, heißt es aus dem Finanzministerium.

Unklar ist noch, welche Investoren der Bund im Blick hat. Die Staatsbeteiligung könnte einige Interessenten abschrecken. Passen würden vor allem langfristig ausgerichtete Investoren. Bei einem Käufer aus der Nicht-EU könnte nach dem Außenwirtschaftsgesetz eine Überprüfung der Regierung stattfinden. Grundsätzlich soll der Verkauf aber für alle Investoren offen sein. Insider hatten zuletzt gesagt, potenzielle Interessenten seien Brookfield aus New York, die EPH von Daniel Kretinsky, die norwegische Equinor und Taqa aus Abu Dhabi.

Uniper-Chef zeigt sich erfreut

Uniper-Chef Michael Lewis begrüßte die Verkaufspläne. „Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen. Wir sind nun stabiler, resilienter und strategisch klarer aufgestellt“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Er sehe gute Chancen für das Unternehmen. Für Form und Zeitplan des Verkaufsverfahrens sei aber der Bund zuständig.

Der Linken-Abgeordnete Christian Görke kritisierte die Verkaufspläne hingegen vor dem Hintergrund der Energiekrise. Ein staatlicher Energiekonzern wäre „zeitgemäßer denn je, um mehr Kontrolle im Energiemarkt zu haben“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bundesregierung sollte sich dafür stark machen, auf den Verkauf verzichten zu dürfen. „Und selbst im Rahmen der EU-Vorgaben hätte man noch Zeit bis 2028, es gibt keinen Grund für diese Eile mitten in der Krise.“

Der Bund hatte Uniper nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland Ende 2022 mit einer Verstaatlichung und einer Kapitalspritze von 13,5 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Der Konzern beliefert unter anderem mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Erdgas. Im Jahr 2025 erzielte Uniper einen Nettogewinn von 1,43 Milliarden Euro – weit entfernt von dem massiven Verlust von 19,1 Milliarden Euro aus 2022.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/rts

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