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Startseite»Nachrichten»Bundesliga wie im Rausch: Nur der FC Bayern stemmt sich gegen spektakuläre Tor-Flut
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Bundesliga wie im Rausch: Nur der FC Bayern stemmt sich gegen spektakuläre Tor-Flut

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 7, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Einige Bundesliga-Klubs spielen sich am Wochenende wieder in einen regelrechten Rausch. Treffer wie am Fließband. Auch anderswo in Europa hagelt es Tore. Nur die Bayern fallen da aus der Rolle.

„Jetzt wissen wieder alle, warum sie so viel blechen sollen“, meinte der damalige Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp, lächelnd nach einem atemberaubenden Spiel seines BVB in der Saison 2011/12 gegen den VfB Stuttgart. Acht Treffer fielen damals beim 4:4 und einige Medien forderten danach sogar eine „Vergnügungssteuer“ für die Bundesliga. Aktuell könnte man diese durchaus auch wieder ins Spiel bringen, denn der Fußball in Deutschland macht in diesen Tagen vor allem wegen zwei Dingen richtig viel Spaß: den vielen Toren und den spektakulären Spielwendungen.

Am Wochenende konnten die Fans bei einem Schnitt von vier Treffern pro Partie insgesamt 36 Tore in den Stadien bejubeln. Eine erstaunliche Ausbeute, die bei den Anhängern verständlicherweise für Freude und Begeisterung sorgt. Und man kann sicher sein, dass diese wahre Tor-Flut auch dem neuen Bundestrainer gefallen wird – auch wenn Jürgen Klopp natürlich andererseits den Blick auf die Abwehrreihen und ihre Sorgen und Nöte nicht vernachlässigen wird.

Doch nicht nur in der ersten Liga zelebrieren die Mannschaften gerade gerne und häufig Spektakelfußball. Das 4:4 von Wolfsburg gegen Energie Cottbus – nach einer 3:0-Führung für die Gastgeber (!) – an diesem Wochenende, aber noch mehr die Ergebnisse des dritten Spieltags (Braunschweig – Hertha 3:5, Heidenheim – Dynamo 5:3, Cottbus – Fürth 3:4 und KSC – Wolfsburg 2:5) sprechen eine eindeutige Sprache. Es werden Tore in den beiden Ligen geschossen, als ob es kein Morgen gibt.

Die nervigen königsblauen „Fliegen“

Und wer weiß? Wenn diese Entwicklung so weitergeht, gerät vielleicht sogar noch einmal der legendäre 32. Bundesliga-Spieltag der Saison 1983/1984 ins Blickfeld. Damals, am 12. Mai 1984, wurden in den neun ausgetragenen Partien insgesamt 53 Tore erzielt. Unglaubliche 5,89 Treffer pro Spiel. Eine Bestmarke, die nie wieder erreicht wurde und von der man ausging, dass sie ewig hält. Doch nach den zum Teil spektakulären Ergebnissen vom Wochenende (Mönchengladbach – Elversberg 3:4, HSV – Mainz 0:5 oder der Aufholjagd des BVB in Hoffenheim 2:3) scheint eine Menge möglich.

Auch wenn das Finale der Fußball-WM nicht nur wegen des torarmen Ergebnisses eher enttäuschend war, lag der Torschnitt pro Partie (2,96) bei diesem Turnier schon deutlich über dem der letzten Weltmeisterschaften. Man hat aktuell das Gefühl, die meisten Mannschaften stellen die Lust am Toreschießen über die Verteidigung des eigenen Kastens. Ein Trend, der momentan europaweit zu beobachten ist und natürlich bei den Fußballfans gut ankommt. Einzig die Bayern konnten sich an diesem Wochenende nicht so treffsicher präsentieren wie gewohnt.

Und das lag natürlich vor allem daran, dass der Gegner, der FC Schalke 04, an diesem Samstagabend, anders als die meisten Teams der Liga, selbst kein echtes Interesse entwickelte, Tore zu schießen. Der ntv-Kollege vor Ort, Tobias Nordmann, hat das Spiel der Schalker sehr gut und anschaulich auf den Punkt gebracht: „Lästig wie Fliegen hängten sie sich an die Münchner und wenn diese die königsblauen Insekten doch mal abschütteln konnten, dann war da noch Karius.“

Doch nicht in jedem Spiel werden die Bayern auf so eine harte Nuss treffen wie in der Arena am Samstag. Und nicht immer wird es den Schalkern gelingen, den eigenen Kasten so vorbildlich sauber zu halten wie gegen den Rekordmeister. Und deshalb wird wohl auch am nächsten Wochenende die Jagd auf Treffer in der ersten und zweiten Bundesliga für weitere Spektakel und torreiche Partien sorgen.

Und geht der Trend der ersten beiden Spieltage und der letzten Jahre so weiter – und aktuell spricht nichts dagegen, dass es so kommt -, wird möglicherweise recht bald sogar der ewige Rekord von 3,59 Toren pro Partie aus der Saison 1983/84 fallen. Momentan stehen wir nach den ersten beiden Spieltagen bei unglaublichen 4,44 Toren pro Begegnung. Verständlich, dass aktuell der Fußball in Deutschland nicht nur dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp bei seinen zahlreichen Besuchen in den Stadien viel Freude bereitet. Eine „Vergnügungssteuer“ wird es aber hoffentlich dennoch nicht geben.

Verwendete Quelle: ntv.de

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