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Startseite»Politik»CARE-Pakete nach Kriegsende: US-Hilfe in Konservendosen
Politik

CARE-Pakete nach Kriegsende: US-Hilfe in Konservendosen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.07.2026 • 16:48 Uhr

Am 15. Juli 1946 erreichte das erste amerikanische Frachtschiff mit Hilfsgütern Nachkriegsdeutschland. An Bord: rund 36.000 CARE-Pakete für die hungernden Menschen. Die Pakete wurden zum Symbol der Hoffnung.

Giselle Ucar

Genau 13 Tage lang war der Frachter „American Ranger“ unterwegs – von New York nach Bremerhaven. An Bord: rund 36.000 CARE-Pakete, die an deutsche Familien adressiert waren. „US-Amerikaner sahen am Ende des zweiten Weltkriegs Bilder von akut Hunger leidenden Menschen in ganz Europa“, erzählt Vanessa Jackson von CARE International in New York.

Das habe sie enorm bewegt. Im November 1945 schlossen sich dort deshalb 22 Wohlfahrtsverbände zur Kooperative für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa zusammen, kurz CARE.

Sendungen nach Deutschland waren anfangs nicht gestattet – bis 1946 die Liefersperre aufgehoben wurde. „Die Deutschen wurden nicht mehr als Feinde gesehen, sondern als Teil der Menschheitsfamilie“, meint Jackson.

Knapp 20 Kilogramm schwer war ein Paket – gefüllt mit nahrhaften Lebensmitteln wie Milchpulver, Erdnussbutter oder Konservenfleisch. Kaffee oder Schokolade waren auch dabei.

10 Millionen CARE-Pakete

In ganz Deutschland bekamen Notleidende über Jahre die begehrten CARE-Pakete – insgesamt wurden 10 Millionen verteilt. Die heute 97-Jährige Anita Stapel aus Berlin erinnert sich noch genau an den Moment, als sie ihres in den Händen hielt: „Das war wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten an einem Tag, dieses Paket zu bekommen.“

Anita Stapel war damals eine junge Frau und hatte gerade ein Baby auf die Welt gebracht. Ihr Körper war ausgemergelt – sie war schwach. Ein Arzt schlug sie vor für ein CARE-Paket. Später erhielt Anita dann tatsächlich die Nachricht: Sie kann es abholen. „Und dann bin ich so schwach wie ich war gelaufen, stundenlang. Und als ich dieses schwere Paket hatte, da hatte ich Mühe, es nach Hause zu tragen“, so Stapel.

Hilfe war Symbol der Hoffnung

Knapp 20 Kilogramm schwer war ein Paket – gefüllt mit nahrhaften Lebensmitteln wie Milchpulver, Erdnussbutter oder Konservenfleisch. Kaffee oder Schokolade waren auch dabei.

Für Millionen Menschen wurde diese Hilfe aus den USA zu einem Symbol der Hoffnung, erinnert sich Anita Stapel: Am meisten habe sie beeindruckt, dass die Menschen, die ja auch nicht reich gewesen seien, bereit gewesen seien, von ihrem Geld etwas abzugeben. „Dass die davon gespendet haben für ihre ehemaligen Feinde.“

Wirksamkeit von humanitärer Hilfe

Heute ist humanitäre Hilfe für Europa nicht mehr nötig. CARE engagiert sich nun international in mehr als 100 Ländern. Dabei geht es vor allem um Nothilfe – beispielsweise nach schweren Erdbeben oder Überschwemmungen, aber auch um Entwicklungshilfe, den Schutz von Mädchen und Frauen oder Klimagerechtigkeit. Für Organisationen wie CARE wird die Arbeit allerdings immer schwieriger, berichtet Vanessa Jackson aus dem Büro in New York.

„Hilfszahlungen sind in letzter Zeit stark zurückgegangen und hinterlassen gravierende Lücken“, schildert Jackson. Dadurch müsse sich CARE nun auf die Menschen konzentrieren, die am dringendsten Hilfe benötigen. Hunderte Millionen andere werden allein gelassen. Durch die Erinnerung an das, was CARE nach dem zweiten Weltkrieg in Europa geleistet hat, will die Organisation zeigen, wie wichtig und wirksam humanitäre Hilfe sein kann.

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Dr. Heinrich Krämer
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