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CoreWeave brechen ein: Kreditsorgen ziehen Tech-Werte runter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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CoreWeave brechen einKreditsorgen ziehen Tech-Werte runter

Die Händler sind skeptisch, ob sich die massiven KI-Investitionen auszahlen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

An der Wall Street wächst die Sorge, dass die KI-Gewinne nicht schnell genug fließen werden, um die zunehmend teuren Kreditverpflichtungen zu bedienen. Für viele Tech-Werte endet die schlechte Woche mit einem weiteren schlechten Tag.

Die US-Börsen haben am Freitag schwächer geschlossen. Der Ausverkauf bei den Techaktien setzte sich fort. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,15 Prozent auf 26.140 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 bröckelte um rund 1,1 Prozent auf 7659 Zähler ab. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 0,34 Prozent bei 52.002 Stellen aus dem Handel.

Die technologielastigen Indizes wurden duch erneute Sorgen über den KI-Sektor belastet. Die Papiere des vom Chip-Hersteller Nvidia unterstützten Rechenzentren-Betreibers CoreWeave fielen um zwölf Prozent. Händler verwiesen auf anhaltende Sorgen über die Schuldenlast des Unternehmens. Auch die Aktien der Chip-Hersteller Micron Technology und Intel gaben um jeweils mehr als fünf Prozent nach. „Ob es sich dabei nur um Gewinnmitnahmen nach der gestrigen Erholung handelt oder ob mehr dahintersteckt, wird sich zeigen“, erklärte David Morrison, Chefanalyst bei Trade Nation.

Im Wochenverlauf gab der S&P 500 um fast 1,95 Prozent nach, der Nasdaq rutschte um 4,48 Prozent ab. Der Dow geriet dagegen nicht ins Trudeln und legte im Wochenverlauf um 0,67 Prozent zu. Die Sorge vor steigenden Zinsen hat KI-Aktien in dieser Woche stark unter Druck gesetzt. Anleger haben ohnehin Bedenken, ob die Betreiber von Rechenzentren rechtzeitig profitabel werden, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Angesichts der erwarteten höheren Kreditkosten bekommen die Befürchtungen eine neue Dringlichkeit.

Ein Rückgang bei Speicherchip-Aktien zu Beginn der Woche habe den Anlegern „einen Vorwand geliefert, ihr Engagement in allen KI-nahen Unternehmen zu reduzieren“, sagte Morrison. Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider, dass einige Investoren des KI-Unternehmens Anthropic angesichts der steigenden Finanzierungskosten eine niedrigere Bewertung für den bevorstehenden Börsengang erwägen.

Berichtsaison könnte mehr Klarheit bringen

Ähnlich wie Morrison äußerte sich Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets: „Aus einer Gegenbewegung wird erst dann ein nachhaltiger Aufwärtstrend, wenn auch die fundamentalen Argumente wieder überzeugen.“ So dürfte die kommende Berichtswoche zum nächsten entscheidenden Belastungstest werden. Die bisherigen Zahlen des taiwanischen Chipriesen TSMC hätten erste positive Signale geliefert, reichten aber bislang nicht aus, um die Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen auszuräumen. Jetzt müssten die großen US-Hyperscaler beweisen, dass ihre Milliardeninvestitionen auch entsprechende Erträge erwirtschaften können.

Zugleich nahmen die Wetten auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed zuletzt zu. Steigende Zinsen verteuern die Finanzierung großer KI-Rechenzentren und stellen die Rentabilität kapitalintensiver Projekte infrage. Eine teilweise Stabilisierung am Anleihemarkt verschaffte den Aktienmärkten nach dem jüngsten Zinsdruck etwas Luft. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen nur geringfügig an. „Allerdings fließt auch aus Sorge um die hoch bewerteten KI-Aktien Geld in Staatsanleihen, weshalb die sinkenden Renditen allein noch kein Grund sind, die Ampel gleich wieder auf Grün zu stellen“, sagte Robomarkets-Stratege Jürgen Molnar.

Unter den Einzelwerten außerhalb des KI-Sektors gaben die Aktien von Netflix um fast drei Prozent nach. Der Streamingdienst hat nach eigenen Angaben den früheren Disney-Manager Peter Rice zum neuen Programmchef ernannt. Auch Tesla konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten. Die Titel des Elektroautobauers, die im früheren Handelsverlauf um rund zwei Prozent zugelegt hatten, büßten 2,1 Prozent ein. Tesla hat eine Neuauflage seines Roadster-Sportwagens vorgestellt, die mit Raketenantrieben von SpaceX ausgestattet ist. Die Produktion ist für 2028 geplant. Auch die SpaceX-Anleger zeigten sich jedoch nicht überzeugt: Die Aktien des Raumfahrtkonzerns von Elon Musk verloren 1,7 Prozent. 

Hier gibt es mehr zum heutigen Börsengeschehen.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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