Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor dem Aufstieg populistischer Parteien gewarnt. Wirtschaftlich und gesellschaftlich stehe viel auf dem Spiel.
Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, warnt vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor einem Erstarken populistischer Parteien. Mit Blick auf eine denkbare AfD-Alleinregierung sagte er beim „Handelsblatt„-Banken-Gipfel in Frankfurt: „Wenn es dazu kommen sollte, würde das bedeuten, dass sich internationale Investoren von Deutschland abwenden.“ Das Programm der Partei, das unter anderem einen Austritt aus dem Euro vorsieht, sei „Gift für die deutsche Wirtschaft“.
„Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben“, sagte Sewing wenige Tage vor der Wahl, die am 6. September stattfindet. Zu Einzelheiten des Wahlkampfes werde er sich nicht äußern, „aber ich möchte klar sagen, was wirtschaftlich und gesellschaftlich auf dem Spiel steht“. Es gehe um die Stärke des Standorts Deutschland und die Attraktivität für ausländische Investoren und Fachkräfte.
Sewing: Investitionen könnten hinterfragt werden
Der Manager warnte: „Abschottung, Nationalismus und das Schüren von Misstrauen lösen kein einziges unserer Probleme. Vielmehr schwächt all das den Standort, schreckt Investitionen und Fachkräfte ab und gefährdet das Wichtigste, was wir jetzt brauchen, nämlich Wachstum.“
Die Pläne der AfD gingen allerdings genau in die andere Richtung: „Tatsächlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen“, so der Manager. Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit seien wichtig. Die AfD fordere eine Abschottung des Marktes.
Das würde sich laut Sewing negativ auf die Wachstumsaussichten auswirken. Kurzfristig dürften „viele der Investitionen, die angekündigt worden sind, zumindest in Frage gestellt werden“, denn eine Wahl der AfD werde „den Blick auf Deutschland sehr, sehr ändern.“
AfD könnte stärkste Kraft werden
Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. In Umfragen zur Wahl an diesem Sonntag liegt die AfD mit großem Abstand vor allen anderen Parteien, auch eine absolute Mehrheit ist danach nicht ausgeschlossen.
So führte die AfD im jüngsten Sachsen-Anhalt-Trend mit 42 Prozent deutlich vor der CDU, die bei der repräsentativen Umfrage lediglich auf 22 Prozent kam. Die Linke lag bei elf Prozent, die SPD bei acht Prozent und die Grünen bei sechs Prozent. Bei einem solchen Wahlausgang würde es nicht für die absolute Mehrheit der AfD reichen.
