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Startseite»Nachrichten»Deutschland steht nicht gut da: Wo man bei einer globalen Katastrophe am sichersten ist
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Deutschland steht nicht gut da: Wo man bei einer globalen Katastrophe am sichersten ist

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Deutschland steht nicht gut daWo man bei einer globalen Katastrophe am sichersten ist

Die Forscher sehen in einem großen Atomkrieg vor allem das Risiko von einer globalen Abkühlung durch den befürchteten nuklearen Winter. (Foto: picture alliance / dpa)

Ein internationales Forschungsteam untersucht, wo auf der Welt Menschen globale Katastrophen am ehesten überleben könnten. Ein Land auf der Südhalbkugel landet dabei weit oben. Doch wie sicher ist es im Ernstfall in Deutschland?

Atomkriege, Meteoriteneinschläge, globaler Blackout, Pandemien – es gibt viele denkbare globale Katastrophen, die die Zivilisation bedrohen. Doch wo auf der Erde besteht die größte Chance, so ein Szenario am besten zu überstehen? Ein Team hat sich bisherige Forschungsarbeiten zu dem Thema genau angeschaut. Das Ergebnis: Es gibt keinen Ort der Welt, der gegen alle globalen Katastrophen gewappnet ist. Aber einer sticht dennoch hervor.

Was sind globale Katastrophen? „Es geht uns um Szenarien, die mindestens zehn Prozent der Menschheit auf einen Schlag auslöschen könnten“, sagt Erstautor Florian Ulrich Jehn von der Fernuni Hagen laut einer Mitteilung. Man könne globale Katastrophen in drei Überkategorien einordnen: erstens biologische Risiken wie Pandemien. Zweitens der Verlust der kritischen Infrastruktur, beispielsweise durch einen geomagnetischen Sturm, der die Stromversorgung lahmlegt. „Ohne Elektrizität haben wir auch schnell keinen Brennstoff mehr, ja nicht einmal Dünger für die Felder“, sagt Forscher Jehn.

In die dritte Kategorie fallen all jene Szenarien, in denen sich die Sonne verdunkelt: „Nukleare Winter, Vulkanausbrüche, große Asteroideneinschläge – so etwas würde dazu führen, dass es global kälter wird“, so Jehn. Weitere mögliche Folgen könnten ein Rückgang der Erträge in der Nahrungsmittelproduktion und eine daraus resultierende Störung des Nahrungsmittelhandels sein, schreiben die Autoren.

Insellage kann großer Vorteil sein

Wie groß das Risiko nun für ein Gebiet der Erde ist, hängt laut den Forschern von zwei Hauptfaktoren ab. Erstens, wie exponiert die Region gegenüber einer globalen Katastrophe ist. Und zweitens, wie resilient sie ist – was bedeutet, wie viel Lebensqualität und Funktionalität dort trotz einer globalen Katastrophe noch gewährleistet werden kann.

Und wo ist die Chance am höchsten, eine globale Katastrophe gut zu überstehen? In Australien. Das Land liegt auf der südlichen Hemisphäre, weit entfernt von nuklearen Konflikten – obwohl es mit den USA verbündet ist, was die Risiken erhöhen könnte, heißt es in der Studie. Zudem sei Australien eine Insel, könne sich also einfacher abschotten und isolieren.

„Obwohl Australien offensichtliche Probleme mit den Folgen des Klimawandels hat, schneidet es bei uns gut ab“, so Jehn. Seine hohen Temperaturen könnten Australien eventuell sogar nützen, etwa im Falle eines nuklearen Winters. Ein weiterer Vorteil: Australien produziere unheimlich viel Nahrung, habe viel eigene Industrie und Bergbau. „Außerdem ist es reich und eine recht stabile Demokratie. All das sind Sachen, die ein Land resilienter machen.“

Zum Vergleich: Auch das benachbarte Neuseeland erfüllt viele dieser Punkte. Es ist aber nicht so industriell geprägt, bedeutend kleiner und dadurch weniger autark. Auch Island kommt bei der Bewertung der Forscher relativ gut weg, ist durch seine nördliche Lage jedoch bei reduziertem Sonnenlicht durch nukleare Winter, Asteroideneinschläge oder Supervulkane im Nachteil. Weitere Regionen mit guten Chancen: die Salomonen, Vanuatu, Peru, Chile, der südliche Ozean, allgemein Regionen am Äquator sowie das südliche Afrika und Südamerika.

Ohne Strom ist Deutschland „völlig geliefert“

Sollte man sich also sicherheitshalber schon mal einen Exit-Plan nach Australien zurechtlegen? Jehn relativiert: „Wir wollen nicht sagen, dass Australien der einzige Ort ist, der durchkommt – nur, dass es die besten Chancen hat.“ Auch Australien sei stark auf Handel und Kooperation angewiesen – etwa mit Blick auf Medikamente, Treibstoffe und Düngemittel.

Und wie gut ist Deutschland gegen ein globales Unglück gerüstet? Als hochtechnisierte Handelsnation im Herzen Europas sei Deutschland alles andere als isoliert. „Deutschland ist jedenfalls keines der resilienteren Länder. Ohne Strom ist es völlig geliefert“, urteilt Jehn. „Wo es zumindest punktet, ist bei der demokratischen Stabilität und der Nahrungsproduktion.“ Allerdings dürfte letztere im Falle einer verdunkelten Sonne schnell zusammenbrechen. Weitere Risikoregionen sind laut den Autoren die USA, Mittel- und Osteuropa, Russland, Kanada, China, Nordkorea, asiatische Monsunregionen, Israel, Iran und Pakistan sowie mediterrane Klimazonen.

Laut den Autoren ist es wichtig, dass Länder in Risikolagen sich Gedanken über ein besser Vorbereitung machen. „Katastrophen in dieser Größenordnung kommen in deutschen Debatten kaum vor“, so Jehn. „Wenn man sich aber gar nicht vorbereitet, läuft’s auf jeden Fall schief.“ Dabei gebe es Möglichkeiten: etwa Nahrungsmittel, die auch im Katastrophenfall große Produktionsmengen erlauben würden – wie etwa spezielle Bakterien, die in Bioreaktoren Nährstoffe zu gehaltvollem Proteinpulver verstoffwechseln. Die Studie wurde im Fachmagazin „Global Challenges“ veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, kst

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Dr. Heinrich Krämer
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