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Startseite»Nachrichten»Einer seiner größten Siege: Tadej Pogacar klaut der Tour de France das höchste Gut
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Einer seiner größten Siege: Tadej Pogacar klaut der Tour de France das höchste Gut

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Einer seiner größten Siege

Tadej Pogacar klaut der Tour de France das höchste Gut

10.07.2026 | 06:20 Uhr

Tadej Pogacar fliegt bereits dem fünften Titel bei der Tour de France entgegen, sein erster Statement-Erfolg in diesem Jahr war aber auch für den Seriensieger etwas ganz Besonderes.

Der UAE-Express krachte los, als es plötzlich wieder hell geworden war. Die Tourfavoriten waren gerade aus einem kleinen Tunnel herausgefahren, da zog Isaac del Toro, der nächste Radsport-Superstar, das Tempo an. Für seinen Kapitän Tadej Pogacar. Und zwar nur für ihn. Eine tüchtige Tempoverschärfung, keine wilde Attacke wie sie einst Marco Pantani lancierte. Es wurde schneller und schneller. Und das Feld immer kleiner. Man kennt diese Bilder. Verzweifelt explodiert ein Mitfavorit nach dem anderen. Wobei das Wort Mitfavorit fehl am Platz ist.

In der Welt von Pogacar, dem unfassbaren Radsport-Giganten, gibt es keine weiteren Königsanwärter. Nicht mal den Status Herausforderer haben sie sich noch verdient. Der Slowene ist den Dingen so weit entflogen, dass es bei der Frankreich-Rundfahrt eigentlich zwei Teilnehmerfelder gibt: Pogacar und den Rest. Und auch der wird mittlerweile von einem UAE-Mann herausgefordert. Von del Toro. Der am Ende Dritter wurde und auch auf Rang drei im Gesamtklassement liegt. Auch nur 45 Sekunden hinter Vingegaard.

Niemand kann folgen

43 Kilometer vor dem Ziel, am ikonischen Berg Col du Tourmalet, war das Leiden der Rivalen losgegangen. Auch das kennt man mittlerweile. Pogacar attackiert nicht erst am letzten Anstieg, wie so viele seiner Vorgänger. Der 27-Jährige ist ein Meister der Solo-Flucht. 50, 60, manchmal 80 Kilometer vor dem Ziel zerfetzt er alles, was ihn eigentlich herausfordern will. Die 43 Kilometer dieses Mal waren für seine Verhältnisse fast schon spät getimt. Dieses Mal zerbrachen Jonas Vingegaard, der unbedingt gewinnen will, das Wunderkind Paul Seixas und das Red-Bull-Duo Florian Lipowitz und Remco Evenepoel, zwischen denen nach der Etappe dicke Luft herrschte.

Vingegaard versuchte noch, den Angriff des Dominators irgendwie zu parieren, es gelang ihm nur ein, zwei Kilometer. Danach ging auch er blau. Kämpfte verzweifelt darum, auf der 6. Etappe nicht alles zu verlieren. Die Rückstandsanzeige raste. Sie raste bergauf, sie raste bergab. Mit 107 km/h donnerte Pogacar die Abfahrt vom Tourmalet hinunter. Ein Wahnsinn, die Vingegaard sich nicht mehr zutraut. Er ist Familienvater, hat zwei Kinder und immer noch das Sturztrauma von 2024 in den Knochen, als er sich sehr schwer verletzt hatte.

„Das war einer meiner fünf besten Siege. Ein unglaublicher Sieg, einer der süßesten“, sagte Pogacar im Ziel. Er fand schon wieder Worte, da quälte sich der Däne noch über die letzten Meter. Als sich die beiden begegneten gab’s vom Slowenen einen anerkennenden Klaps auf den unteren Rücken seines Rivalen. Der schüttelte indes nur den Kopf, fassungslos ob der 2:38 Minuten, die er sich im spektakulären Felsenkessel von Gavarnie-Gèdre am Ende eingehandelt hatte. Die Tour, welche die spannendste seit vielen Jahren werden sollte, scheint sportlich schon nach sechs Renntagen entschieden – wenn Pogacar nicht Sturz oder Blitz trifft. Mit seiner absurden Dominanz raubt er der Frankreich-Rundfahrt die große Geschichte von einem echten Duell.

Pogacar war aufgeregt wie ein kleines Kind

Der war vor der Etappe so aufgeregt gewesen, im Bewusstsein dessen, was er geplant hatte: „Ich bin heute viel zu früh aufgewacht, um 7 Uhr morgens. Ich konnte einfach nicht lange schlafen, weil ich mich so auf den heutigen Tag gefreut habe.“ Schon am Abend vorher habe es im Team einen „Hype“ gegeben mit Blick auf das Teilstück samt Überfahrt des ikonischen Col du Tourmalet, erzählte Pogacar. „Wir dachten uns: Wir gehen all in. Was kann schon Schlimmes passieren?“ Oder wie es sein Teamkollege Nils Politt bei der ARD ausdrückte: „Er hat einfach gesagt, dass er richtig Bock hat. Und wenn er richtig Bock hat, dann gibt er Gas.“

Vingegaard ließ sich derweil trotz der Demontage zu einer kleinen Kampfansage hinreißen. „Ich glaube immer noch an mich. Ich glaube immer noch daran, dass meine Beine im Laufe des Rennens besser werden, also ist der Kampf noch nicht vorbei“, sagte er. Marc Reef, Sportdirektor bei Vingegaards Team Visma – Lease a Bike, konnte über Pogacar vorerst nur staunen. „Man kann nur sagen: Hut ab. Großen Glückwunsch ans Team und an ihn. So eine große Lücke zum zweitbesten Fahrer zu haben, ist schon etwas“, sagte der Niederländer.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno

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