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Startseite»Nachrichten»Einzelhandel besonders betroffen: Jede zwölfte Firma in Deutschland bangt um ihre Existenz
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Einzelhandel besonders betroffen: Jede zwölfte Firma in Deutschland bangt um ihre Existenz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Einzelhandel besonders betroffenJede zwölfte Firma in Deutschland bangt um ihre Existenz

Kaufzurückhaltung im Einzelhandel befeuert die wachsende Sorge. (Foto: picture alliance / Goldmann)

Deutsche Unternehmen sorgen sich um ihr Geschäft: schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie viel Bürokratie setzen ihnen zu. Nun legt das Ifo-Institut bedrückende Zahlen vor – nur in einer Branche nimmt die Existenzangst ab.

Etwa jedes zwölfte Unternehmen in Deutschland sieht den eigenen Fortbestand gefährdet. 8,1 Prozent gaben das an, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner April-Konjunkturumfrage mitteilte. „Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben.“

Besonders kritisch ist die Lage im Einzelhandel: 17,4 Prozent der Unternehmen sehen sich existenziell bedroht – „ein neuer Höchststand“, wie das Institut betonte. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher ist demnach das Hauptproblem. Zusätzlich belasten der wachsende Online-Handel und Billiganbieter aus dem Ausland die Geschäfte. Insgesamt fürchten 1,6 Prozent aller Handelsunternehmen (Groß- und Einzelhandel), dass sie aufgeben müssen.

Branchenübergreifend belasten den Angaben nach drei Probleme die Unternehmen: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine zunehmende Bürokratie. Viele Betriebe berichten auch deshalb von zunehmenden Liquiditätsengpässen, weil ihre Kunden sparen oder insolvent werden. „Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“, sagte Wohlrabe. „Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht.“

Industrie bangt weniger

Bei den Dienstleistern sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Im Gastgewerbe liegt der Wert bei fast 20 Prozent. Auch in der Werbung und Marktforschung ist der Anteil mit 14,3 Prozent überdurchschnittlich hoch. In der Industrie ist der Anteil der existenziell bedrohten Unternehmen leicht auf 7,5 Prozent zurückgegangen. „Dennoch bleibt der Druck erheblich“, betonte das Ifo-Institut. „Hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile gegenüber asiatischen Anbietern belasten vor allem exportorientierte Branchen.“

Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil leicht auf 7,3 Prozent. Als Grund nannten die Forscher den anhaltenden Auftragseinbruch im Wohnungsbau. Lange Genehmigungsverfahren und die Zurückhaltung der Banken bei der Baufinanzierung würden die Branche belasten.

Quelle: ntv.de, mwa/rts

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