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Startseite»Nachrichten»Er sei eine „tickende Zeitbombe“: Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Magdeburg-Attentäter Taleb A.
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Er sei eine „tickende Zeitbombe“: Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Magdeburg-Attentäter Taleb A.

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Er sei eine „tickende Zeitbombe“Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Magdeburg-Attentäter Taleb A.

Es gehe dem Angeklagten nur um sich selbst, stellte der Oberstaatsanwalt fest. (Foto: picture alliance/dpa)

Dass Taleb A. im Dezember 2024 sechs Menschen tötet und viele hundert verletzt, daran bestehen für die Staatsanwälte keine Zweifel. Sie wollen ihn daher lebenslang hinter Gittern sehen. Er soll zudem in Sicherungsverwahrung, weil er weiterhin eine Bedrohung für andere Menschen sei.

Im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat die Generalstaatsanwaltschaft für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die besondere Schwere der Schuld liege auf der Hand, es sei eine Sicherungsverwahrung anzuordnen, sagte Staatsanwalt Marco Reinl. Der Angeklagte sei einem psychiatrischen Gutachter zufolge voll schuldfähig. Weiter Gewaltstraftaten wären zu erwarten. Er wäre eine „tickende Zeitbombe“, sagte Reinl.

Bei dem Anschlag am 20. Dezember 2024 waren 6 Menschen getötet und mehr als 300 weitere teils schwer verletzt worden. Die Anklage wirft dem 51-Jährigen unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.

Die Tat habe „in ihrer Massivität jede menschlich begreifbare Dimension gesprengt“, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Böttcher vor dem Landgericht Magdeburg. Es sei schier unbeschreiblich, welches Leid der Angeklagte über viele Menschen und Familien gebracht habe.

An der Täterschaft habe zu keinem Zeitpunkt Zweifel bestanden, sagte Böttcher. Der Angeklagte habe die Tat lange geplant. Er habe keine ernsthaften ideologischen Ziele verfolgt, sondern vor allem aus persönlichen Motiven gehandelt. „Es ging und geht dem Angeklagten nur um sich selbst.“ Der psychiatrische Sachverständige habe ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bescheinigt und ein enormes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit festgestellt.

Angeklagter stört Prozess immer wieder

Während des Plädoyers unterbrach der Angeklagte die Verhandlung mehrfach mit lautstarken Zwischenrufen. Der Vorsitzende Richter ließ daraufhin sein Mikrofon abschalten. Der 51-Jährige beruhigte sich erst wieder, nachdem beantragt worden war, ihn für den Rest der Verhandlung auszuschließen.

Seit dem 10. November 2025 wird vor dem Landgericht Magdeburg gegen den Mann verhandelt. Wegen der Vielzahl der Betroffenen wurde eigens ein Interimsgerichtsgebäude errichtet. Mehr als 200 Nebenkläger beteiligen sich an dem Verfahren.

Im Prozess wurde deutlich, dass viele Betroffene bis heute unter den Folgen des Anschlags leiden. Zahlreiche Zeugen berichteten von Angst- und Panikattacken, Schlafstörungen und Problemen im Umgang mit Menschenmengen. Unter den Opfern sind Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene und Senioren aus verschiedenen Bundesländern und dem Ausland.

Gutachter: Taleb A. will Aufmerksamkeit erzeugen

Der Angeklagte, der aus Saudi-Arabien stammt und jahrelang als Psychiater im Maßregelvollzug in Bernburg arbeitete, stellte insbesondere zu Beginn des Prozesses seine Sicht der Dinge dar. Er bezeichnete sich als Aktivisten und sprach von vermeintlichen Vertuschungsaktionen deutscher Behörden.

Der psychiatrische Sachverständige Bernd Langer sieht den Angeklagten weiterhin als Gefahr für die Allgemeinheit. Er sprach sich für eine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung aus. Man müsse jederzeit mit weiteren Gewalttaten rechnen, sagte Langer. Der Angeklagte habe wiederholt Druckmittel eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erhalten oder Entscheidungen zu beeinflussen.

Der Prozess soll am Freitag mit Plädoyers der Nebenkläger fortgesetzt werden. Es wollen auch mehrere Betroffene selbst das Wort ergreifen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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