Euphorie verflogen
„Unterirdisch“: Nach Heimpleite brodelt es auf Schalke schon wieder
Beim FC Schalke 04 herrscht nach dem Aufstieg und einem soliden Saisonstart in der Bundesliga eine Euphorie, wie sie nur auf Schalke herrschen kann. Spätestens nach dem 0:1 gegen Mainz ist es damit vorbei. Kippt die Stimmung?
Kapitän Kenan Karaman war bedient. „Unterirdisch“ fand der Kapitän des FC Schalke 04 das Zweikampfverhalten der Königsblauen bei der 0:1-Heimpleite gegen Mainz 05. Trainer Miron Muslic klagte ebenfalls an, es habe an „Basics“ gemangelt. Die Schalker brachten ihre Qualitäten, die ihnen im Sommer den ersehnten Aufstieg ins Oberhaus beschert hatten, nicht auf den Rasen. „Intensiv“, „aggressiv“, „mutig“ ließ Muslic bei seinem Amtsantritt 2025 in die Profiräume am Berger Feld pinseln. „Alle drei waren nicht da“, konstatierte Sportdirektor und Klublegende Yuri Mulder: „Wir waren viel zu lieb.“
Dabei war Schalke ordentlich aus den Startlöchern gekommen. Nach vier Spieltagen standen fünf Punkte zu Buche – das war vor der langen Länderspielpause. Danach setzte es zwei Niederlagen, Schalke ist in den Keller gerutscht und so ist das Thema Abstiegskampf in Gelsenkirchen schon früh wieder bestimmendes Thema.
Gegen die auswärtsstarken Mainzer habe seine Mannschaft „gefühlt“ über 65 Minuten keine Zweikämpfe gewonnen, stellte Muslic den Spielern ein schlechtes Zeugnis aus. Kapitän Karaman ging in seiner Generalkritik noch weiter: „Zur Halbzeit hätte man alle auswechseln können. Alle bis auf Loris.“
Schalke hat ein Dzeko-Problem
Torwart Loris Karius hat seine starke Frühform der Saison als einer der wenigen Schalker konserviert, spielt seit Wochen auf Topniveau. Auch im Duell mit den Rheinhessen hielt er Schalke mit mehreren Glanzparaden im Spiel, beim 0:1 der Gäste durch Philipp Tietz war Karius chancenlos. Seine Vorderleute hätten sich an ihrem Tormann ein Beispiel nehmen sollen, monierte Muslic. „Ich habe gesehen: Er ist am Platz“, kommentierte der Österreicher einen frühen Faustjubel der Nummer 1 nach einer guten Aktion. „Ich hätte gerne noch den einen oder anderen heute am Platz gesehen.“
Zweikampfverhalten mangelhaft, Schalke hat aber auch ein Sturmproblem um Edin Dzeko. Selbst im dritten Anlauf gelang den Königsblauen kein Tor zuhause. Schalke hat die schwächste Offensive der Bundesliga. Viele fragen sich zudem: Ist Altstar Dzeko noch gut genug für die deutsche Beletage? „Er ist ein super Zielspieler, überragend in der Box“, lobte Muslic den Bosnier. „Aber wir müssen ihn auch in seine Stärken bringen.“ Gegen Mainz war das nicht der Fall, Dzeko hatte keine Bindung zu Spiel.
Sportdirektor Mulder, einer der legendären Eurofighter von 1997, deutete an, Dzeko künftig vielleicht besser von der Bank zu bringen, statt in der Stammelf aufzubieten, wo er zum zweiten Mal wirkungslos blieb. „Wenn man seine herausragende Qualität in den letzten Minuten braucht, dann gibt es vielleicht keinen Besseren“, sagte der Niederländer. Irgendetwas muss sich ändern auf Schalke.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
