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Startseite»Politik»Evakuierung: Hantavirus-Kontaktperson in Düsseldorf angekommen
Politik

Evakuierung: Hantavirus-Kontaktperson in Düsseldorf angekommen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 7, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.05.2026 • 00:56 Uhr

Eine deutsche Kontaktperson eines Hantavirus-Toten ist mit einem Spezialtransport der Feuerwehr im Düsseldorfer Uniklinikum eingetroffen. Vorher war sie mit einem Flieger nach Amsterdam gebracht worden.

Drei Patienten mit Verdacht auf das Hantavirus sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ evakuiert worden. Eine 65-jährige Deutsche, die als Kontaktperson einer verstorbenen deutschen Passagierin gilt, ist kurz vor 20 Uhr am Mittwochabend mit einem Spezialflugzeug in Amsterdam gelandet.

Von dort wurde sie dann mit einem Hochinfektionstransport nach Düsseldorf gebracht. Dreieinhalb Stunden ging es mit Blaulicht in Richtung Uniklinikum. Um 23:25 Uhr kam der Konvoi, bestehend aus mehreren Fahrzeugen von Feuerwehr und Katastrophenschutz, an der Südeinfahrt des Klinikums an.

An dieser Einfahrt wurden Infektionstransportszenarien bereits in der Vergangenheit trainiert. Die Hauptzufahrt des Klinikums liegt im Norden. Die beiden weiteren evakuierten Patienten stammen laut RIVM aus England und den Niederlanden.

Feuerwehr Düsseldorf transportiert Kontaktperson

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf waren Mittwochmorgen um 10 Uhr mit sechs Fahrzeugen und insgesamt 17 Einsatzkräften nach Amsterdam aufgebrochen. Mit der hohen Zahl an Einsatzfahrzeugen und speziell geschulten Mitarbeitern wollte die Feuerwehr sicherstellen, dass es auch bei Problemen auf dem Transportweg zu keiner Kontamination kommen kann.

Auf dem Rollfeld des Flughafens Amsterdam-Schiphol wurde die Patientin in das Sepzialfahrzeug geladen.

So ein besonderer Transport ist so organisiert, dass sowohl materielle als auch personelle Reserven eingeplant sind und die Besatzung komplett autark arbeiten kann, heißt es von einem Feuerwehr-Sprecher.


  • Jetzt WDR als „Bevorzugte Quelle“ hinzufügen
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Infektion mit Hantavirus noch unklar

Nach Angaben der Uniklinik Düsseldorf ist noch unklar, ob die Kontaktperson tatsächlich mit dem Hantavirus infiziert ist. Die Frau, die laut niederländischem Außenministerium 65 Jahre alt ist, zeige bisher keine Symptome. Vorsichtshalber soll sie aber zunächst in der Uniklinik behandelt werden. Anschließend könnte sie in eine Einrichtung in der Nähe ihres Heimatortes verlegt werden, wenn medizinisch nichts dagegen spricht.

Ganz wichtig ist das klinische Bild und ob Beschwerden da sind oder nicht. Dann werden wir virologische Tests machen, um zu sehen, ob wir das Virus nachweisen können.

Der behandelnde Virologe Torsten Feldt mit Blick auf die Behandlung

Uniklinik Düsseldorf verfügt über Sonderisolierstation

Die Düsseldorfer Uniklinik ist auf ansteckende Infektionskrankheiten spezialisiert. Sie verfügt neben den verschiedenen medizinischen Fachgebieten wie der Virologie oder der Infektiologie auch über eine Sonderisolierstation für hochansteckende und gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel das Ebola-Virus. Wie ein Kliniksprecher am Mittwoch mitteilte, muss die Kontaktperson aber vorläufig nicht in dieser Sonderstation untergebracht werden.

Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf


  • Übertragungsformen von Mensch zu Mensch eher Ausnahme
    Pfeil rechts

Dass sich der eingeschleppte Virusstamm auch in Deutschland verbreitet, hält Jörg Timm als Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik für unwahrscheinlich: „Die Sicherheitsmaßnahmen sind so gewählt, dass es nicht zu einer Übertragung kommen wird.“ Gleichzeitig glaube er nicht, dass das Virus sich auch hier häufig von Mensch zu Mensch übertrage. Dass das auf dem Schiff trotzdem passiert ist, bilde eher eine Ausnahme.

Vermutung: Infektion nach Vogelbeobachtungen

Laut der Nachrichtenagentur Associated Press halte es die argentinische Regierung am wahrscheinlichsten, dass sich das niederländische Paar während einer Vogelbeobachtung angesteckt hat. Während der Tour seien die beiden auf einer Mülldeponie möglicherweise mit infizierten Nagetieren in Kontakt gekommen.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass bei einem nach Südafrika ausgeflogenen Passagier den vorläufigen Testergebnissen zufolge der Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen wurde. Das teilte das südafrikanische Gesundheitsministerium mit. Der Andes-Stamm kommt vor allem in Südamerika vor und gilt als hochgefährlich. Im Vergleich zu den in Deutschland und Europa vorkommenden Varianten des Hantavirus kommt es bei Infizierten deutlich häufiger zu schweren Verläufen oder Todesfällen.

Schiff soll nach Teneriffa weiterfahren

Auf der „Hondius“ waren drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben – ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Mittlerweile geht die WHO von acht mutmaßlichen Infektionen aus, drei davon wurden durch Labortests bestätigt. Diese Zahl könnte sich aber angesichts mehrerer Verdachtsfälle noch weiter erhöhen. Weitere Patienten und Patientinnen werden zurzeit in Johannesburg und Zürich behandelt.

Nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García sollen die übrigen Passagiere auf dem Schiff nach Teneriffa fahren und dort innerhalb von drei bis vier Tagen ankommen.


  • Wie kommt das Hantavirus auf ein Kreuzfahrtschiff?
    Pfeil rechts

Unsere Quellen:

  • Kai Bröschet, Pressesprecher der Feuerwehr Düsseldorf
  • Tobias Pott, Pressesprecher des Uniklinikums Düsseldorf
  • Virologe Torsten Feldt, Uniklinikum Düsseldorf
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Associated Press

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 06.05.2026, 13 Uhr
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 06.05.2026, 16.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 06.05.2026, 18.45 Uhr

Westdeutscher Rundfunk

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