Begrenzungen aufgehoben?Ex-Minister Fedorow: Musk lässt Starlink in der Ukraine wiederherstellen
Das größtenteils von Polen finanzierte Starlink-System aus den USA ermöglicht dem ukrainischen Militär die Kommunikation. Kiew verdächtigt die Trump-Regierung, es vor Kurzem abgeschaltet zu haben. Nun soll die Wiederherstellung laufen.
Laut dem ehemaligen Verteidigungsminister der Ukraine, Mykhailo Fedorow, wird in der Ukraine das Satelliteninternet Starlink des US-Herstellers SpaceX für Geschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde wiederhergestellt. Das System ist für die Kommunikation in der Ukraine von enormer Bedeutung. Es wird unter anderem benötigt, um Drohnen zu steuern.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan mit Blick auf die USA gesagt: „Was wirklich seltsam war und sich nicht so verhielt, wie es zwischen Partnern üblich ist: Sie haben Starlink abgeschaltet. Absolut verrückte Maßnahmen.“
Fedorow äußerte sich zudem zum Starshield-System, das ebenfalls von SpaceX betrieben wird und auf Starlink basiert. „Die vollständige Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung von Starshield ist nun für die Verteidigung der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Vielen Dank, Elon Musk. Wir hoffen auf Ihre weitere Unterstützung“, schrieb Fedorow auf X. Musk ist der Besitzer von SpaceX.
Starshield ist vor allem für die militärische Nutzung gedacht. Das System hat Satelliten mit Sensornutzlasten in der Umlaufbahn und liefert aufbereitete Daten direkt an den Nutzer. Auch mit einer zuverlässigen weltweiten Kommunikation wirbt der Hersteller.
Musk antwortete auf Fedorows Beitrag: „Starshield-Systeme befinden sich im Besitz der US-Regierung und unterliegen deren Kontrolle. Über etwaige Beschränkungen hinsichtlich Geschwindigkeit oder Nutzung entscheiden das US-Militär und letztlich der Präsident der Vereinigten Staaten.“
Starlink sei zudem ein kommerzieller Dienst, der auf zivile und defensive Aktivitäten beschränkt sei und nicht für offensive militärische Aktionen verwendet werden dürfe, „da dies für ein kommerzielles Unternehmen unangemessen wäre“.
Abschaltung als Reaktion auf Kritik am Diesel-Deal?
SpaceX hatte sich nicht öffentlich dazu geäußert, ob und in welchem Ausmaß Starlink und Starshield in der Ukraine eingeschränkt wurden. Kiew beklagte zudem, dass die Amerikaner sie nicht mehr über den Start russischer Raketen informieren würden. Gestern und heute waren in der Ukraine viele Zivilisten durch russische Angriffe gestorben.
Die ukrainischen Starlink-Terminals wurden zum großen Teil von Polen finanziert. Dessen Außenminister Radosław Sikorski hatte auf X geschrieben: „Hey, Elon Musk, du großer Mann, treibst du schon wieder Politik mit deinen Produkten? Als deine europäischen Kunden behalten wir dich im Auge.“
Die USA hatten zum Entsetzen der Ukraine zuletzt einen Diesel-Deal mit Russland verkündet. Dieser würde Moskau Milliardeneinnahmen bescheren, die wiederum für die Aufrechterhaltung des Krieges gegen die Ukraine eingesetzt werden könnten. Selenskyj hatte an den Plänen von US-Präsident Donald Trump deutliche Kritik geäußert. Er sprach sogar davon, dass sein Land einen starken Partner verliere.
