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Experte fordert Zölle : Chinas künstlich schwacher Yuan kostet Deutschland Milliarden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 21, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Experte fordert Zölle Chinas künstlich schwacher Yuan kostet Deutschland Milliarden

Von einer fairen Bewertung des Yuan würde nach Einschätzung des IW auch China profitieren. (Foto: picture alliance / Zoonar)

China hält seine Währung künstlich niedrig – und schadet damit der deutschen Wirtschaft massiv. Laut einer vom Auswärtigen Amt geförderten Simulation entgehen Deutschland bis 2028 rund 43 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung. „China spielt mit gezinkten Karten“, urteilen die Studienautoren. 

Die von Peking künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung kostet die deutsche Wirtschaft Jahr für Jahr Wachstum im Milliardenbereich. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte in Deutschland bei einer fairen Bewertung des Yuan im Jahr 2028 um bis zu 0,3 Prozent höher ausfallen, ergab eine vom Auswärtigen Amt geförderte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Über die Jahre 2026 bis 2028 summiert sich das laut IW auf rund 43 Milliarden Euro. 

Für die Simulation wurde der Yuan demnach um 40 Prozent aufgewertet. Nach Einschätzung von Experten entspricht dies in etwa einer fairen Bewertung.

Peking lasse keinen freien Wechselkurs zu, sondern betreibe ein staatlich gesteuertes Währungsmanagement, urteilt das Institut. Die gezielte Unterbewertung verbillige chinesische Exporte und macht Importe teurer. Auch deshalb seien deutsche Ausfuhren nach China im Wert deutlich gesunken und Einfuhren chinesischer Güter massiv gestiegen. Das Handelsbilanzdefizit mit China ist 2025 auf rund 90 Milliarden Euro angewachsen. 

IW: Auch China würde profitieren

Eine faire Bewertung des Yuan würde nach Einschätzung des IW zudem China helfen, seine exportlastige Wirtschaft besser auszubalancieren. Zwar würde das chinesische BIP durch den Rückgang der Exporte kurzfristig einbrechen. Doch laut der Simulation kommt es schnell zu einer Gegenbewegung durch einen Anstieg der inländischen Nachfrage. Weil Ausfuhren unattraktiver werden, verbleiben mehr Waren auf dem heimischen Markt, was die Preise sinken lässt. 

Der Anstieg der Binnennachfrage könne den verminderten Exportüberschuss nach wenigen Jahren weitgehend ausgleichen, betont das IW. Bis 2028 erreiche Chinas Wirtschaft somit fast wieder das Niveau des Ausgangsszenarios mit unterbewerteter Währung. 

„Für den freien Handel ist Chinas Währungsmanagement Gift“, sagt IW-Experte Jürgen Matthes. Durch die Unterbewertung des Yuan verkaufe China seine Waren deutlich günstiger als sie eigentlich sein dürften – und gewinne Marktanteile, die es im fairen Wettbewerb nie erhalten würde. „China spielt mit gezinkten Karten. Europa sollte mit Ausgleichszöllen für gleiche Bedingungen sorgen“, so der Außenhandelsexperte.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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