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Startseite»Betrugsmaschen»Faktencheck: Kokainpakete mit Selenskyj-Foto? Fake News entlarvt!
Betrugsmaschen

Faktencheck: Kokainpakete mit Selenskyj-Foto? Fake News entlarvt!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Aktuell kursieren Beiträge, die angeblich eine rumänische Zollbeschlagnahmung von Kokain mit Selenskyj-Porträts zeigen. Das Foto davon wird mit einem Schiff aus der ukrainischen Region Odessa verknüpft und soll so einen Zusammenhang zwischen der Ukraine, Selenskyj und Drogenschmuggel herstellen.

Kokainpakete mit Selenskyjs Foto vom rumänischen Zoll abgefangen?
„Rumäniens Zoll beschlagnahmte 75 kg Kokain mit einem Porträt von niemand anderem als Selenskyj“ | Screenshot: X-Beitrag (hier archiviert)

Dafür gibt es nach der vorliegenden Recherche keinen belastbaren Beleg. Das geteilte Foto ist demnach nicht aus Rumänien, sondern eine manipulierte Fassung eines älteren Bildes der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde.

Das Foto stammt nicht aus Rumänien

Das verbreitete Bild basiert auf einem echten Foto der US-Behörde Customs and Border Protection. Das Original zeigte demnach unmarkierte Drogenpakete, die im Mai 2024 bei einer Kontrolle eines kommerziellen Lastwagens nahe Laredo im US-Bundesstaat Texas sichergestellt wurden.

On Thursday, Laredo CBP officers seized 15 packages containing a total of 37lbs of cocaine hidden within a conveyance hauling cotton candy.

Read more: pic.twitter.com/7DrZ9cqFDx

— CBP (@CBP) May 14, 2024

In der nun verbreiteten Version wurden Bilder von Selenskyj auf die Pakete montiert. Genau diese Veränderung ist der Kern der Täuschung: Ein echtes Behördenfoto wird mit einem neuen Motiv versehen und anschließend in einen politischen Kontext verschoben.

Keine belastbare Spur zu rumänischem Zollfund

Für die behauptete Beschlagnahme von 75 Kilogramm Kokain durch rumänische Behörden auf einem Schiff aus Odessa liegt kein belastbarer Nachweis vor. Auch glaubwürdige Medienberichte oder offizielle Regierungsmitteilungen zu einem solchen Fall wurden darin nicht gefunden.

Das ist entscheidend: Die Behauptung stützt sich nicht auf eine überprüfbare rumänische Quelle, sondern auf ein verbreitetes Bild, das bereits in seiner Bildgrundlage falsch eingeordnet und manipuliert ist.

Die Erzählung passt zu bekannten Desinformationsmustern

Der Beitrag kombiniert mehrere Elemente, um glaubwürdig zu wirken: ein scheinbares Behördenfoto, ein Zoll-Logo, konkrete Zahlen und ein politischer Bezug zur Ukraine. Diese Mischung erzeugt die Wiedergabe einer offiziellen Meldung.

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Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


Gleichzeitig bedient die Behauptung ein bekanntes pro-russisches Narrativ gegen Selenskyj. Sie greift unbelegte Erzählungen über angeblichen Drogenkonsum und angebliche ukrainische Drogennetzwerke auf. Solche Zuschreibungen werden nicht belegt, sondern über ein manipuliertes Bild emotional verstärkt.

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Verbreitung über pro-kremlnahe Kanäle

Die Behauptung wird seit Anfang Juli 2026 in mehreren Sprachen verbreitet, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Rumänisch. Auch das sogenannte Pravda-Netzwerk soll die Meldung vielfach aufgegriffen haben.

Die zeitliche Einbettung ist relevant: Die Verbreitung fiel demnach in eine Phase, in der Selenskyj bei einem NATO-Gipfel für weitere militärische Unterstützung der Ukraine warb. Die Falschbehauptung zielt damit nicht nur auf ein einzelnes Foto, sondern auf die politische Glaubwürdigkeit der ukrainischen Führung.

Worauf Nutzer achten sollten

Bei angeblichen Behördenfotos ist nicht nur das Logo wichtig. Entscheidend ist, ob es eine überprüfbare Originalmeldung gibt: eine Pressemitteilung, ein Aktenzeichen, eine Behördenseite oder übereinstimmende Berichte seriöser Medien.

Fehlen solche Belege und taucht das Bild gleichzeitig in politisch aufgeladenen Beiträgen auf, ist besondere Vorsicht geboten. In diesem Fall spricht die Bildherkunft klar gegen die verbreitete Darstellung.

Fazit

Bewertung: Falsch.
Das Foto wurde manipuliert und in einen erfundenen Rumänien-Ukraine-Kontext gestellt.

FAQ zum Thema: Selenskyj und Kokainpakete

Hat Rumänien 75 Kilogramm Kokain mit Selenskyj-Porträts beschlagnahmt?

Dafür gibt es keinen belastbaren Nachweis. Nach der vorliegenden Recherche fanden sich keine offiziellen rumänischen Meldungen oder glaubwürdigen Medienberichte zu einem solchen Fund.

Ist das Foto echt?

Das Ausgangsfoto ist offenbar echt, aber der verbreitete Inhalt ist manipuliert. Die Selenskyj-Porträts wurden demnach auf ein älteres Foto einer US-Beschlagnahmung montiert.

Warum wird Selenskyj mit Kokain in Verbindung gebracht?

Die Behauptung greift ein wiederkehrendes unbelegtes Narrativ auf, das Selenskyj diskreditieren soll. Das manipulierte Bild dient dabei als scheinbarer Beweis.

OFFICIAL

U.S. Customs and Border Protection

10. Mai 2024

FACTCHECK

NewsGuard Reality Check

8. Juli 2026

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

Kostenlos · Jederzeit abbestellbar

📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Claudia lächelt freundlich in einem hellen Raum.

Claudia Spiess

Claudia Spiess ist Redakteurin und Designerin bei Mimikama,
Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Sie verbindet
journalistische Sorgfalt mit visueller Kommunikation und trägt
zur verständlichen Aufbereitung von Faktenchecks bei.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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