48.300 haben Exklave verlassenSpanien: Fast alle Ceuta-Migranten sind zurück in Marokko
Nach der zeitweisen Eskalation in der spanischen Exklave Ceuta bekommt die Regierung die Lage anscheinend wieder in Griff. Fast alle Menschen sind laut Angaben aus Madrid wieder zurück in Marokko.
Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sollen sich nur noch 1700 der ursprünglich 50.000 in die Exklave Ceuta gekommenen Migranten dort befinden. Bis 18 Uhr am Freitagabend habe es mehr als 48.300 Abreisen gegeben, zitiert die spanische Zeitung „El Pais“ die Behörde.
Zuvor hatte der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, von 60.000 Migranten gesprochen, die nach Ceuta gekommen seien. Doch das Innenministerium widersprach dieser Zahl anschließend. Insgesamt wurden bislang 57 Leichen geborgen. Viele Menschen waren ertrunken.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez von den regierenden Sozialisten reagierte auf X scharf auf die viele Kritik aus anderen Staaten. Er schrieb dort, Solidarität und Empathie seien freiwillig. „Der Respekt vor den europäischen Verträgen und den Daten ist es nicht.“
Anschließend listete Sánchez unter Bezug auf Zahlen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex die Zahlen der irregulären Einreisen zwischen 2021 und 2026 in Ländern auf, die Spanien seit Donnerstag kritisiert hatten, darunter Italien mit 478.600. „Dies ist nicht die Zeit für Spaltungen. Es ist die Zeit, den Aufbau einer starken und geeinten EU fortzusetzen.“
Zuvor hatte seine Regierung die „Schleuser-Mafia“ für den starken Andrang nach Ceuta verantwortlich gemacht. Manche Experten hielten es auch möglich, dass Marokko die Krise herbeigeführt habe, um Spanien unter Druck zu setzen.
