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Startseite»Nachrichten»FIFA-Boss geht auf Funkstille: DFB-Präsident Neuendorf: „System Infantino zwingend beenden“
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FIFA-Boss geht auf Funkstille: DFB-Präsident Neuendorf: „System Infantino zwingend beenden“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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FIFA-Boss geht auf Funkstille

DFB-Präsident Neuendorf: „System Infantino zwingend beenden“

Scharfe Kritik an Gianni Infantino: DFB-Präsident Bernd Neuendorf will das „System“ des FIFA-Bosses beenden. Im Interview mit RTL/ntv sagt er, wie sich die Gegenwehr hinter den Kulissen formiert, wer ein guter Gegenkandidat wäre – und wann er zuletzt mit Infantino gesprochen hat.

Im Rahmen von Sitzungen des UEFA-Exekutivkomitees und des FIFA-Rates in Thessaloniki, Griechenland, hat Bernd Neuendorf deutliche Kritik an FIFA-Chef Gianni Infantino geäußert. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sagte im Interview mit RTL/ntv, es sei „wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird“. Dies sei sogar „zwingend erforderlich“, so Neuendorf.

Infantino wird derzeit aus vielen Richtungen zum Rücktritt aufgefordert. Der Schweizer strebt ungeachtet des krachenden Scheiterns seines WM-Investorenplans und der massiven Kritik aus Teilen der Fußballwelt eine weitere Amtszeit an, gewählt wird im kommenden März. „Gott sei Dank“, sagte Neuendorf, habe die FIFA Abstand von dem Model genommen, bei dem Teile der FIFA-Weltmeisterschaften an private Investoren verkauft worden wären.

Der DFB-Boss schilderte, er habe erst nach der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko – wo er auch das letzte Mal „kurz“ auf Infantino getroffen sei – von den Investorenplänen erfahren: „Darüber ist mit uns in keinster Weise gesprochen worden.“ Als Mitglied des FIFA-Rates, also dem höchsten Entscheidungsgremium der FIFA, hatte er „die klare Erwartung“, im Vorfeld oder wenigstens beim Bekanntwerden der Pläne im Detail informiert zu werden, aber das sei nicht der Fall gewesen. „Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino, zu dieser FIFA-Führung ist natürlich zerrüttet“, sagte Neuendorf.

Bayer-Boss: Infantino-Wiederwahl „wäre Katastrophe“

Kritik auch am FIFA-Friedenspreis

Neben anderen fordert vor allem die UEFA Infantinos Rückzug und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Erstes Ziel der UEFA ist es, Infantino vor seiner angestrebten Wiederwahl zum Aufgeben zu zwingen. Zehn europäische Fußballverbände haben Infantino bereits offiziell ihre Unterstützung für die Wiederwahl im entzogen, zuletzt Frankreich und Österreich. Der DFB tat dies nicht, hatte aber bereits während der WM ein Unterstützerschreiben für eine vierte Amtszeit des Schweizers nicht unterschrieben.

Momentan spreche man von Seiten der UEFA aus mit anderen Mitgliedsverbänden, um „Mehrheiten zu organisieren“ gegen den FIFA-Präsidenten, so Neuendorf. Außerdem prüfe man „wie wir dieses System FIFA nachhaltig verändern können“. Infantino gab bereits bekannt, dass er bei der Wahl im März 2027 wieder kandidiere. Daher wird die UEFA bist zum Fristende am 18. November mit großer Sicherheit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken.

Spätestens in Berlin, wo alle UEFA-Verbände am 8. und 9. Oktober zusammenkommen, werde man „hierzu dann auch wichtige Entscheidungen treffen“, kündigte Neuendorf an. „Wichtig ist, dass es eine integre Persönlichkeit ist“, antwortete er auf die Frage, ob er sich auch eine Person außerhalb des Fußballkosmos für die Präsidentenrolle vorstellen könne. „Wir müssen nüchtern betrachten: Was ist die beste Lösung für den Fußball?“, sagte er: „Wenn Leute sich abwenden vom Fußball aufgrund des Gebarens der größten und bedeutendsten Institution des Weltfußballs, schadet das dem Fußball.“

Den FIFA-Friedenspreis, dessen erste Verleihung an Donald Trump im Dezember 2025 Neuendorf noch gelobt hatte, sieht der DFB-Boss nun „ähnlich kritisch wie den Investorenprozess“. Über diese Idee Infantinos sei damals im FIFA-Rat niemals gesprochen worden, Kriterien oder eine Jury seien niemals mitgeteilt worden. „Es war eine einsame Entscheidung des FIFA-Präsidenten und auch das ist sehr kritisch zu sehen“, so Neuendorf. Weil der nächste Friedenspreis im Winter vergeben werden müsste, wolle er darauf drängen, dass die Vergabe diesmal anders verlaufe.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe

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